Besser isoliert

US-Studie zeigt: Meditation stärkt Nervenzellen

Wissen
11.06.2012 15:27
Eine sogenannte Aufmerksamkeitsmeditation kann in nur vier Wochen die Leistung der Nervenfasern einer bestimmten Gehirnregion verbessern, und das sogar besser als eine reine Entspannungsübung. In einem vorderen Teil der Hirnrinde beobachteten US-Forscher nach dem Training eine bessere Isolierung der Nervenzellfortsätze. Die Erkenntnisse bieten mögliche Ansätze zu Therapien für verschiedene psychische Erkankungen.

Eine Aufmerksamkeitsmeditation beinhaltet neben der Körperentspannung auch Aufmerksamkeitstraining und Tagträume. In einer ersten Studie wurden 45 Studierende aus den USA in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine der beiden Gruppen übte jeweils Aufmerksamkeitsmeditation, die andere Entspannungsübungen. In einer zweiten Studie wurde das Experiment dann mit 68 Studierenden aus China wiederholt.

In der ersten Studie erstreckte sich das Training über vier Wochen mit insgesamt elf Stunden, in der zweiten Studie über zwei Wochen mit fünf Stunden. Dabei zeigte sich in beiden Studien bei der Gruppe mit der Aufmerksamkeitsmeditation nach vier Wochen eine geringere Durchlässigkeit der Zellwände, was für eine bessere Isolierung spricht.

Beschleunigt Durchleitung von Signalen
Diese Veränderung in den Nervenzellen führe zu einer schnelleren Durchleitung von Signalen, schreiben die Wissenschaftler um Yi-Yuan Tang von der Texas Tech University in Lubbock US-Staat Texas. Der sogenannte anteriore cinguläre Cortex wird allgemein mit der Kontrolle von Wahrnehmung und Emotionen in Verbindung gebracht sowie mit der Fähigkeit, Konflikte zu lösen.

Mögliche Hilfe bei psychischen Erkrankungen
Die Wissenschaftler sehen in ihren Ergebnissen einen weiteren Schritt für das bessere Verständnis der Veränderungen von Gehirnstrukturen beim Lernen. Die Studie biete auch mögliche Ansätze zu Therapien für psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depression, Schizophrenie, dem Borderline-Syndrom und der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Bei diesen Erkrankungen sei die Selbstregulierung der Wahrnehmungs- und Emotionskontrolle beeinträchtigt, schreiben die Wissenschaftler in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).

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