"Ja, Jungs, wir haben es geschafft", schrie Vettel nach dem Überqueren der Ziellinie in den Boxenfunk. Bei der Pressekonferenz zeigte er sich um einiges gedämpfter. "Ich habe gemischte Gefühle. Ich bin stolz, der erste Indien-Sieger zu sein. Aber die letzten zwei Wochen waren ganz schwierige Zeiten, wir haben zwei ganz Große des Sports verloren. Heute war ein großartiger Tag für uns, aber ich glaube, der Respekt gebührt den beiden Herren, die in den letzten beiden Wochen ihr Leben verloren haben", sagte Vettel. Vor dem Rennen war eine Schweigeminute für die kürzlich tödlich verunglückten Motorsportler Dan Wheldon (IndyCar) und Marco Simoncelli (Motorrad) abgehalten worden.
Vettel in jeder Runde in Führung
Vettel hatte am Samstag die 13. Pole Position im heurigen Jahr fixiert, lag jede Runde des Rennens in Führung und fixierte im letzten Durchgang auch noch einmal die schnellste Runde, die vorrübergehend Teamkollege Mark Webber (im Rennen am Ende Vierter) erobert hatte. Zudem löste Vettel auch Nigel Mansell in der Statistik der meisten Führungsrunden in einer Saison ab: Der Engländer hatte den Rekord mit 692 aus dem Jahr 1992 gehalten. "Fantastische Fahrt", lobte so auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Danke für die harte Arbeit", erwiderte Vettel.
In der WM-Wertung hat der zweitplatzierte Button 13 Punkte Vorsprung auf Alonso und 19 auf Webber, der in seinem Vorhaben, hinter dem längst feststehenden Champion WM-Zweiter zu werden, gebremst wurde. Button war bereits in der dritten Kurve der Auftaktrunde an den laut Startaufstellung vor ihm gelegenen Webber und Alonso vorbeigezogen. "Zuletzt habe ich in der ersten Runde Plätze verloren, heute wollte ich dranbleiben. In den Boxenstopps sind wir näher an Sebastian drangekommen, aus der Box raus auf den neuen Reifen habe ich mich wohlgefühlt, aber richtig herausfordern konnten wir ihn nicht", musste Button anerkennen.
Schumacher fuhr vom elften auf den fünften Platz
Der 42-jährige Michael Schumacher fuhr von Startplatz elf noch auf Rang fünf vor und ließ dabei auch seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg hinter sich. "Wir haben die Fehler der anderen genutzt und unsere Stärke ausgespielt", erklärte Schumacher. "Schade, weil meine Strategie die langsamere war. Und dann ist noch beim Boxenstopp etwas schiefgegangen", klagte Rosberg.
Adrian Sutil rettete als Neunter beim Heimrennen seines Sahara-Force-India-Teams zwei WM-Zähler. "Diese Punkte waren wichtig, wir können zufrieden sein. Es war einfach nicht mehr Speed im Auto", erklärte er.
Einmal mehr gerieten Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) und Felipe Massa (Ferrari) aneinander - bei der Kollision beschädigte sich der Brite den Frontflügel und musste an die Box. Die Rennkommissare sahen diesmal Massa als Schuldigen, der Brasilianer erhielt eine Durchfahrtstrafe. Kurz nach dem Urteil war für ihn das Rennen mit gebrochener Radaufhängung ohnehin beendet. Hamilton landete auf Rang sieben. Die Formel 1 wird am 13. November in Abu Dhabi fortgesetzt.
Das Ergebnis des Grand Prix von Indien
| Pos. | Fahrer | Team | Zeit | |
| 1 | Sebastian Vettel | RBR-Renault | Sieger | |
| 2 | Jenson Button | McLaren-Mercedes | +8.4 Sek. | |
| 3 | Fernando Alonso | Ferrari | +24.3 | |
| 4 | Mark Webber | RBR-Renault | +25.5 | |
| 5 | Michael Schumacher | Mercedes | +65.4 | |
| 6 | Nico Rosberg | Mercedes | +66.8 | |
| 7 | Lewis Hamilton | McLaren-Mercedes | +84.1 | |
| 8 | Jaime Alguersuari | STR-Ferrari | +1 Runde | |
| 9 | Adrian Sutil | Force India-Mercedes | +1 | |
| 10 | Sergio Perez | Sauber-Ferrari | +1 | |
| 11 | Vitaly Petrov | Renault | +1 | |
| 12 | Bruno Senna | Renault | +1 | |
| 13 | Paul di Resta | Force India-Mercedes | +1 | |
| 14 | Heikki Kovalainen | Lotus-Renault | +2 Runden | |
| 15 | Rubens Barrichello | Williams-Cosworth | +2 | |
| 16 | Jerome d'Ambrosio | Virgin-Cosworth | +3 | |
| 17 | Narain Karthikeyan | HRT-Cosworth | +3 | |
| 18 | Daniel Ricciardo | HRT-Cosworth | +3 | |
| 19 | Jarno Trulli | Lotus-Renault | +5 | |
| out | Felipe Massa | Ferrari | ||
| out | Sebastien Buemi | STR-Ferrari | ||
| out | Pastor Maldonado | Williams-Cosworth | ||
| out | Timo Glock | Virgin-Cosworth | ||
| out | Kamui Kobayashi | Sauber-Ferrari |
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