Würdiger Abschluss

Olympische Spiele von Turin zu Ende

Sport
27.02.2006 08:56
Die XX. Winterspiele sind Geschichte. "Ich erkläre die Olympischen Winterspiele von Turin für beendet", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, am Sonntagabend um 21.30 Uhr.

Gleichzeitig lud der Belgier die Jugend der Welt zu den XXI. Winterspielen 2010 nach Vancouver ein. Rogge bescheinigte den italienischen Gastgebern, die Herausforderung der Olympia-Ausrichtung mit Bravour bestanden zu haben: "Es waren wahrhaft großartige Spiele. Wir sagen ein herzliches Dankeschön an Italien, Piemont und Turin."

Mahnende Worte von Rogge
Zuvor hatte der IOC-Präsident die Sportler aufgefordert, die "Olympische Flamme in Euren Herzen weiter brennen" zu lassen und den olympischen Traum in den Heimatländern zu verbreiten. Er warnte die Athleten aber auch vor Doping-Missbrauch. "Ich verspreche Ihnen, dass wir den Kampf für einen sauberen und gesunden Sport fortsetzen werden", sagte Rogge.

Farbenfrohes Fest
Mit einem farbenfrohen Kostümfest, aber auch einem Hauch von Melancholie verabschiedete sich die Olympia-Stadt nach dem zweiwöchigen Sportspektakel. In Anlehnung an Federico Fellinis Film "I Clowns" glänzte Turin mit einer aufwendigen Karnevals-Show. Mit Szenenapplaus wurden im Luftstrom scheinbar schwerelos fliegende Menschen bedacht. Der blinde Star-Tenor Andreas Bocelli sorgte für den musikalischen Höhepunkt des Abends. Mit einem Ferrari auf der Bühne war die Autostadt in die Spiele gestartet, mit Fiat 500 und Vespa gingen die Turiner wieder vom Gas.

Übergabe an Vancouver
Vancouvers querschnittsgelähmtes Stadtoberhaupt Sullivan bestand seine Generalprobe für die großen Auftritte in vier Jahren mit Bravour. In seinem Rollstuhl schwenkte er die weiße Fahne mit den Olympischen Ringen, die ihm IOC-Präsident Rogge in eine spezielle Halterung gesteckt hatte. In 1447 Tagen brennt das Olympische Feuer in einer der schönsten Städte der Welt.

Einen berührenden Moment gab es bereits zu Beginn der Abschlussfeier: da hatte Manuela di Centa, Langlauf-Olympiasiegerin 1994, ihrem Bruder Giorgio die Goldmedaille umgehängt. Der Italiener hatte am Vormittag den 50 Kilometer Langlauf vor dem Russen Jewgeni Dementjew und dem Österreicher Mikhail Botwinov gewonnen. Die 84. und letzte Goldmedaille der Spiele sicherte sich im Eishockey-Finale Schweden durch ein 3:2 über Finnland.

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