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Kein Ende des frostigen Wetters - es wird noch kälter

03.02.2012, 11:38
Foto: Einsatzdoku.at / Video: krone.tv
Meteorologen gehören für gewöhnlich nicht zu jenen Menschen, die gerne mit Superlativen um sich schmeißen. Da lässt die Aussage der ZAMG- Wetterexperten, die derzeitige Kälteperiode sei "ungewöhnlich", schon aufhorchen. Vor allem im östlichen Flachland zog sich das Quecksilber in den Thermometern immer mehr zurück, Kältepol des Landes war das Waldviertel in Niederösterreich mit bis zu -21,9 Grad. Die Prognose für die nächsten Tage bleibt eisig, es wird sogar noch kälter.

Für einen Ort, der nur 559 Meter hoch liegt, sind minus 22,6 Grad schon ganz ordentlich. Litschau im nördlichen Waldviertel wurde zwar von Seefeld (- 22,9) knapp geschlagen, doch das Tiroler Wintersportzentrum liegt immerhin mehr als 600 Meter höher. Weitra mit -21,9 Grad und Zwettl mit -21,4 Grad untermauern die eisige Vormachtstellung des Waldviertels eindrucksvoll.

Wien wieder Kälte- Spitzenreiter der Landeshauptstädte

Eine derartige lange und heftige Kältewelle ist in Österreich nicht alltäglich. Alexander Orlik, Klimatologe der ZAMG, sagte am Freitag: "Insgesamt dürften wir bei dieser Kältewelle selbst in den Landeshauptstädten auf eine Serie von etwa fünf bis sieben Tagen am Stück kommen, an denen die Temperatur unter minus zehn Grad gesunken ist. Das kommt in Österreich im Schnitt alle fünf bis zehn Jahre vor. Ähnliche Kältewellen gab es 2006, 1996 und 1985. Wobei die Kältewelle 1996 am ehesten mit unserer derzeitigen Frostserie vergleichbar ist, weil 2006 die Temperaturen großteils nicht so ganz tief waren."

Spitzenreiter bei den Landeshauptstädten ist abermals Wien. Auf der 450 Meter hoch gelegenen Jubiläumswarte in Ottakring wurden -18,3 Grad gemessen - nur 3,7 Grad mehr als am 2.864 Meter hohen Pitztaler Gletscher. Klagenfurt schaffte es in dieser Rangliste als einzige Landesmetropole mit -9,9 Grad nicht über die Minus- zehn- Grad- Hürde.

Bundesstraße mit Eiswasser überflutet

Was die Kälte alles anrichten kann, zeigte sich am Freitag in Payerbach in Niederösterreich. Durch den Frost der vergangenen Tage war die Niveauregelung einer Wehranlage der EVN eingefroren, die dadurch nicht mehr von alleine aufging. Es bildete sich ein Eisstau, der Werkskanal ging schließlich über und überschwemmte die Bundesstraße auf rund zwei Kilometern (siehe Video). Das Wasser sei bis zu 20 Zentimeter hoch gestanden, so Patrick Lechner von der Feuerwehr - auch in ein Wohnhaus sei Wasser geronnen.

Die Niveauregelung der Wehranlage wurde von der EVN schließlich wieder geöffnet. Mit einem Schneepflug habe der Straßendienst das Eis dann grob entfernt, seither würden drei Fahrzeuge der Straßenmeisterei Salz streuend die Strecke auf und ab fahren, erklärte Lechner. Diese Arbeiten dürften den ganzen Tag andauern.

Die B27 war über zwei Stunden nur einspurig im Schritttempo passierbar, am Vormittag aber salznass und wieder beidseitig befahrbar, hieß es. Unfälle seien nicht passiert.

Verzögerungen im Bahnverkehr im Großraum Wien

Zudem sorgte der eiskalte Morgen in Großraum Wien für Verzögerungen im Bahnverkehr: ÖBB- Sprecher Herbert Ofner zufolge fiel zwischen 5.20 und 6.15 Uhr eine Weiche im Bereich Rennweg bei der Abzweigung zum Flughafen aus. Zusätzlich gab im Bereich des Bahnhofs Floridsdorf kurze Zeit später eine Garnitur den Geist auf. Verzögerungen bis zu einer Viertelstunde waren die Folge.

Ob diese Probleme tatsächlich eine Folge der Kälte waren, konnte Ofner nicht sagen. "Im Prinzip gibt es für alle Weichen Heizungen, sodass durch die Kälte bedingte Ausfälle nicht geschehen sollten. Aber die Wahrscheinlichkeit ist bei solchen Temperaturen sicher größer als sonst", meinte der Sprecher.

AG/red
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