Böller- Gefahr: Die letzte Warnung der Handchirurgen

28.12.2012, 13:03
Böller-Gefahr: Die letzte Warnung der Handchirurgen (Bild: dpa/Jochen Lübke)
Foto: dpa/Jochen Lübke
Aufrechter Gang und der Gebrauch der Hände machen - neben seinen intellektuellen Fähigkeiten - den Menschen aus. Für seine wichtigsten motorischen Werkzeuge sprachen jetzt die österreichischen Handchirurgen knapp vor Silvester quasi eine letzte Warnung aus: "Jährlich gibt es in Österreich etwa 1.000 Unfälle durch Feuerwerkskörper, die mitunter folgenschwer enden."

"Zu geringer Sicherheitsabstand, Zündung aus der Hand, zu frühe Explosion des Feuerwerkkörpers oder der Versuch, nicht explodierte Feuerwerkskörper nochmals zu zünden, sind Ursache teilweiser schwerer Handverletzungen", warnte die Österreichische Gesellschaft für Handchirurgie. Auch die Verwendung von Feuerwerkskörpern oder der Kauf von Produkten, deren Herkunft nicht nachvollziehbar ist, berge erhebliches Gefahrenpotential.

"Haut, wichtige Gefäße und Nerven zerrissen"

Verbrennungen, Frakturen und manchmal sogar der Verlust von Fingern und Gliedmaßen seien die Folgen einer "verknallten" Nacht. "Oftmals werden Haut, wichtige Gefäße und Nerven zerrissen, manchmal sind die Folgen sogar mit dem Verlust der Hand oder des Armes verbunden", hieß es seitens der Chirurgen. Weitere Folgen von unsachgemäßem Umgang mit Knallern seien auch immer wieder Augenverletzungen und Hörschäden sowie Brandverletzungen im Gesicht.

Neben Jugendlichen sind vor allem Männer und Kinder gefährdet. "Alkoholgenuss mindert zudem das Reaktionsvermögen", warnten die Handchirurgen, die nach solchen Unfällen die Opfer oft monate- und jahrelang immer wieder versorgen müssen.

Die wichtigsten Tipps der Mediziner:

  • Beim Kauf von Feuerwerkskörpern über deren Handhabung beraten lassen, Sicherheitshinweise befolgen und auf die Herkunft der Produkte achten.
  • Pyrotechnische Gegenstände kühl und trocken lagern.
  • Zugriff durch Kinder verhindern.
  • Keine Eigenkreationen basteln.
  • Beim Abschuss auf Schutzabstände (mindestens fünf Meter), Neigungswinkel und Windeinfluss achten.
  • Raketen niemals in Richtung von Menschen schießen, Kinder im Auge behalten.
  • Nicht explodierte Feuerwerkskörper niemals aufheben.
  • Rauchen im Nahbereich unbedingt unterlassen.
  • Jugendliche müssen über den richtigen Umgang mit Feuerwerk instruiert und beaufsichtigt werden.
  • Einen vollen Wasserkübel bereithalten.
AG/red
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