Sa, 20. Jänner 2018

Kurs nach unten

16.08.2007 19:35

Börse-Crash auf Raten geht weiter

Der Crash auf Raten an den internationalen Aktienmärkten geht weiter: Neue negative Nachrichten über die US-Hypothekenkrise schickten am Donnerstag Schockwellen zu den Börsen von Tokio bis New York. Der Dow Jones fiel im Handel um die Mittagszeit (Ortszeit) um mehr als 300 Punkte beziehungsweise fast 2,4 Prozent. Der ATX ist um 5,1 Prozent eingebrochen.

In Frankfurt verlor der Deutsche Aktienindex (DAX) bis 17.30 Uhr 2,02 Prozent und rutsche auf 7.295,40 Punkte ab. Noch schlimmer traf es die Werte der zweiten Reihe: Der MDAX verlor 4,30 Prozent auf 9.523,68 Punkte. Der TecDAX rauschte sogar 4,57 Prozent nach unten und kam erst bei 832,46 Punkten zum Stehen.

Gewinner gab es am Donnerstag überhaupt keine im DAX. Die Verluste gingen quer durch die Branchen. Die Liste der Verlierer wurde angeführt vom Reisekonzern TUI (minus 7,8 Prozent), danach folgten die Deutsche Börse (minus 6,6 Prozent) und der Lkw-Hersteller MAN (minus 6,1 Prozent.

ATX: Zum Teil "regelrechter Ausverkauf"
Die Wiener Börse hat am Donnerstag bei hohem Volumen einen regelrechten Kursrutsch verbuchen müssen. Der ATX brach um 232,2 Punkte oder 5,13 Prozent auf 4.297,28 Einheiten ein. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 133 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 4.430 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17:30 Uhr MESZ: Dow Jones/New York -1,46 Prozent, DAX/Frankfurt -2,36 Prozent, FTSE/London -3,75 Prozent und CAC-40/Paris -3,25 Prozent.

Neuerlich einen tiefroten Tag musste der ATX verzeichnen. Die anhaltende Sorge um das Ausmaß und die weitere Entwicklung der US-Hypothekenmarktkrise sorgt bei den Anlegern für Nervosität und Unsicherheit. Der heimische Leitindex brach deutlich ein. "Bei einigen Titeln gab es einen regelrechten Ausverkauf", berichtete ein Händler mit Verweis auf die hohen Umsätze hinter den Kursverlusten.

Immobilienkrise in den USA als Auslöser
Es waren vor allem zwei Nachrichten aus den USA, die für neue Unruhe an den Finanzmärkten sorgten: So muss der größte US-Immobilienfinanzierer Countrywide Financial 11,5 Milliarden Dollar bei anderen Banken leihen, um ein Finanzierungsloch zu stopfen. Außerdem zeigte sich, dass der Bau neuer Häuser und Wohnungen in den USA angesichts der Immobilienkrise auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren zurückgegangen ist.

Berichte über Probleme bei Countrywide Financial hatten bereits am Mittwoch den Aktienmarkt beunruhigt und dazu beigetragen, dass der Dow-Jones-Index erstmals seit dem 24. April 2007 unter der Marke von 13.000 Punkten schloss. Am Donnerstag setzte das bekannteste Börsenbarometer der Welt seine Talfahrt fort und fiel gegen Mittag (Ortszeit) um 307,28 Punkte beziehungsweise 2,39 Prozent auf 12.554,19. Seit seinem Höchststand von 14.000,41 Punkten am 19. Juli hat der Dow Jones damit fast 1.500 Punkte verloren.

Euro verliert gegenüber Dollar
Zuvor war schon der japanische Nikkei 225 Index um fast zwei Prozent zurückgegangen, der südkoreanische Leitindex büßte knapp sieben Prozent ein, und der Hang Seng Index in Hongkong schloss mit einem Minus von 3,9 Prozent.

Der Euro verlor gegenüber dem Dollar weiter an Boden. Sein Referenzkurs wurde bei 1,3405 Dollar festgestellt nach 1,3476 Dollar am Mittwoch.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden