Di, 24. April 2018

Grazer Neue Galerie

18.01.2018 14:11

Shirin Neshats elegische Welt

Mit dieser Ausstellung ist der Grazer Neuen Galerie ein veritabler Coup gelungen. Die in den USA lebende iranische Künstlerin Shirin Neshat gehört zu den schillernden Figuren in der internationalen Kunstszene. In Graz zeigt die Neue Galerie nun eine beachtlich dichte, und nicht selten elegisch stimmende Retrospektive gemischt mit einigen neuen Arbeiten.

Shirin Neshat hat sich seit den 1990er-Jahren einen Fixplatz in der internationalen Kunstwelt erobert. Ihre Fotos, Videos und Filme und nicht zuletzt ihre Inszenierung von Verdis "Aida" letztes Jahr bei den Salzburger Festspielen haben sie einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Dank Kurator Günther Holler-Schuster von der Neuen Galerie ist diese eindringliche Retrospektive aus Tübingen nun auch in Graz zu erleben.

Werke von 1990 bis heute
Gezeigt werden Arbeiten aus verschiedenen Werkphasen der Künstlerin, die eine deutliche gemeinsame Handschrift verbindet. Sowohl in der Gruppe "Women of Allah", aus der auch die Neue Galerie zwei Bilder ihr eigen nennt, als auch im "Book of Kings" zeigt Neshat mit Schrift übermalte Porträts. Geht es in ersterer vorwiegend um die Rolle der Frau im Islam und deren kulturelle Identität, so wird in zweiterer die Gesellschaft in den Mittelpunkt gerückt. Für diese Serien hat Neshat eng mit befreundeten KünstlerInnen zusammengearbeitet. Die Texte, die über die Gesichter und Körper laufen, kann man dankenswerterweise in einem kleinen Begleitbüchlein zur Schau nachlesen.

Filmvorführungen im KIZ-Royal und im Joanneumsviertel
Zu sehen sind auch die Videoarbeiten "Turbulent", "Rapture" und "Fervor" sowie die beiden neuen sehr elegischen Streifen "Roja" und "Sarah". Ihr Film "Women without Men" (für den sie 2009 den silbernen Löwen in Venedig erhielt), ist in der Schau mit Standbildern vertreten, im Joanneumsviertel wird er aber viermal gezeigt, im KIZ-Royal (Info: www.museum-joanneum.at) dreimal. Ebenfalls im Rahmenprogramm sind neben Kuratorenführungen und Vorträgen auch Begegnungen mit iranischen Künstlern vorgesehen.

Der Besuch dieser eindringlichen Schau ist dringend angeraten (bis 22. April).

Michaela Reichart
Michaela Reichart

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