Mi, 13. Dezember 2017

Kreative Lösung

27.10.2017 11:00

Deutscher Ort nutzt Sanduhren statt Parkscheine

Leise rieselt der Sand: Jahrelanger Unmut bei den Bürgern über die wenigen Parkplätze in der Innenstadt haben einen deutschen Ort kreativ werden lassen. Die Stadt Volkach hat nach mehreren weniger erfolgreichen Versuchen seit einem Jahr ein ganz simples Konzept für Kurzzeit-Parker eingeführt - die Sanduhr im Seitenfenster. "Es hat sich gelohnt", zog der Bürgermeister jetzt eine erste positive Bilanz.

Peter Kornell, seit 2002 Bürgermeister von Volkach, hatte jahrelang mit einem Parkplatzproblem im Stadtkern der unterfränkischen 9000-Seelen-Gemeinde zu kämpfen. Für reibungsloses Parken auf den rund 200 Stellplätzen wurden diverse Lösungen ausprobiert - jedoch mit wenig Erfolg.

Andere Lösungen sorgten allesamt für Unmut
So nutzten die Variante "Zwei Stunden Parken mit Parkscheibe" vor allem die Angestellten der Innenstadt-Geschäfte. "Und die Parkplätze für die Kunden waren so besetzt", so Kornell. Bei der Variante "Zwei Stunden Parken mit Ticket aus dem Automaten" beschwerten sich wiederum die Gewerbetreibenden, "weil das für ihre Kurzzeitkunden zu umständlich war". Auch eine Lösung mit Gutscheinen bewährte sich nicht. Eine sogenannte Brötchentaste für Kurzparker am Parkautomat schaffte es nicht durch den Stadtrat.

Jagd auf die 15-Minuten-Sanduhr
Im Vorjahr kam dann jemand vom örtlichen Gewerbeverband mit der Sanduhren-Idee von einem Ausflug aus Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg) zurück. Dort ist die Parksanduhr seit 2014 erfolgreich im Einsatz. Auch in Volkach wurde die Idee für gut befunden und ging einstimmig durch den Stadtrat. "Die einzige Schwierigkeit war, eine Sanduhr für 15 Minuten zu finden. Also sind wir auf Sanduhren-Jagd gegangen", erklärte Marco Maiberger, Chef der Volkacher Touristinformation.

Bereits 2500 Uhren um je vier Euro verkauft
Letztlich wurden dann 5000 Uhren mit Saugnapf bestellt und mit dem Volkach-Logo bedruckt. Die Kosten von rund 8000 Euro haben sich der Gewerbeverband und die Tourismuszentrale geteilt. Rund die Hälfte der Uhren ist mittlerweile für je vier Euro verkauft. Die Kosten seien damit nahezu wieder reingeholt worden.

"Und seitdem haben sich die ganzen Diskussionen von früher à la 'Aber ich wollte nur mal schnell ...' in Luft aufgelöst", zog Bürgermeister Kornell eine positive Bilanz. "Es hat sich gelohnt. Das Konzept wird von der Bevölkerung und vom Handel gut angenommen", so Kornell.

 krone.at
Redaktion
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