So, 17. Dezember 2017

Am helllichten Tag

16.10.2017 17:31

Deutscher Frühpensionist stiehlt Kepler-Weltkarte

Mit einem besonders dreisten Fall von Kunstdiebstahl sind derzeit die Ermittler des Tiroler Landeskriminalamtes (LKA) konfrontiert: Wie erst jetzt öffentlich wurde, war bereits am 28. Juli aus dem Lesesaal der Landesbibliothek aus dem Buch "Tabulae Rudolphinae" von Johannes Kepler der Kupferstich "Karte des Erdkreises" gestohlen worden. Laut einem Medienbericht soll ein deutscher Frühpensionist die Tat begangen haben.

Der Wert des Kupferstiches beträgt laut Angaben der Kulturfahndung des LKA 30.000 Euro. Der Coup soll während der Öffnungszeiten zwischen 9 und 12 Uhr verübt worden sein. Der Täter soll die Karte herausgeschnitten haben. Der Mann ist laut Online-Bericht der Tageszeitung "Kurier" amtsbekannt und soll sich mehrere Bücher bringen haben lassen. Wie es ihm gelang, die Karte aus dem Lesesaal zu schmuggeln, sei noch unklar. Die Ermittlungen sind im Laufen.

Johannes Kepler - geboren 1571 in Weil der Stadt bei Stuttgart - entwickelte Anfang des 17. Jahrhunderts die Berechnungen von Kopernikus weiter. Alle Planeten bewegen sich in elliptischen Bahnen nach festen Gesetzmäßigkeiten um die Sonne, schrieb er 1604 in seiner "Astronomia Nova" ("Neue Astronomie"). Kepler war ein Vorreiter auch in der Mathematik. Heute gebräuchliche Rechengesetze wie der Logarithmus gingen auf ihn zurück

Tafeln waren letztes großes Werk Keplers
Der Astronom hatte zu Ehren des Kaisers seine Aufzeichnungen der Planetenbewegungen "Rudolfinische Tafeln" genannt. Die Rudolfinischen Tafeln waren das letzte große Werk Keplers, das zu seinen Lebzeiten erschien, und stellen eine beachtliche Leistung in praktischer Astronomie dar. Das Werk bildete bis zum 18. Jahrhundert die Grundlage vieler astronomischer Berechnungen. Der englische Mathematiker und Physiker Sir Isaac Newton stützte sich bei der Formulierung seiner Theorie der Gravitationskraft auf die Keplerschen Theorien und Beobachtungen.

An das Kepler-Buch angehängt war die im Jahre 1627 - dem Erscheinungsjahr der Tafeln - gültige Weltkarte. Die Karte hat laut Angaben der Polizei einen Stempel der Innsbrucker Universitätsbibliothek auf der Rückseite.

Das Landeskriminalamt Tirol bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 059133/703352 oder an nikolaus.hoertnagl@polizei.gv.at.

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