Do, 23. November 2017

Ausland lobt Kurz

16.10.2017 08:03

„Bild“ fragt: „Warum haben wir nicht so einen?“

Der 31-jährige Sebastian Kurz steht nach dem Sieg bei der Nationalratswahl vor dem bisherigen Höhepunkt seiner steilen Politikerkarriere. Das Votum wurde auch im Ausland entsprechend aufmerksam verfolgt - einige Medien kommen aus dem Schwärmen für den ÖVP-Chef kaum heraus. "Warum haben wir nicht so einen?", titelt etwa die deutsche "Bild"-Zeitung. Was andere internationale Medien zum höchstwahrscheinlich neuen Bundeskanzler sagen, lesen Sie hier.

"Was hat der 'Wunderwuzzi' mit dem Wiener Schmäh, was andere Politiker nicht haben? Vor allem: Warum gibt es in Deutschland keinen wie ihn?", fragt die "Bild" weiter. "Sebastian Kurz. Macron des Ostens, Macron der Migration", titelt wiederum die deutsche "Welt".

"Kurz brauchte nur fünf Monate"
Für sie sei der Sieg von Kurz in vieler Hinsicht mit jenem des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu vergleichen. "Kurz brauchte nur fünf Monate für drei Unglaublichkeiten: Umbau einer maroden Volkspartei zur Ein-Mann-Polit-Maschine, Entzaubern einer unaufhaltsam scheinenden Rechtspartei - und Wahl zum mächtigsten Mann im Staat. Sein französisches Pendant Macron hatte für dieses Triple sechs Monate benötigt", so die "Welt" weiter.

Dass sich Kurz selbst mit der mächtigsten Frau Europas, der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, in der Flüchtlingsfrage angelegt hatte, wertet die "Welt" als "Basis für Kurz' Kampf um die Kanzlerschaft". Denn erst mit seiner Schließung der Balklanroute habe Merkel den Flüchtlingsdeal mit der Türkei geschlossen. "Das war ein diplomatisches Meisterstück von Kurz", meint die "Welt".

Auch die slowenische Zeitung "Vecer" hebt das Handeln von Kurz in der Flüchtlingskrise hervor. "Kurz gehört auch zu jenen mit den größten Verdiensten dafür, dass die Balkan-Flüchtlingsroute hermetisch geschlossen wurde. Es stimmt schon, dass Österreich und die Welt nicht untergehen werden, wenn Kurz FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in seine Regierung aufnehmen wird. Brüssel wird die bittere Pille schlucken und weiterhin Selbstbeschäftigung betreiben, während immer mehr von Europa in Europaphobie und Nationalismus rutscht."

"Größter Senkrechtstarter, den europäische Politik je gesehen hat"
Auch das Nachbarland Schweiz huldigt dem ÖVP-Chef. "Er ist einer der größten Senkrechtstarter, den die europäische Politik je gesehen hat. Mit seinem Programm und seinen Parolen redet Kurz den meisten Österreichern aus dem Herzen. Sein Motto: 'Integration durch Leistung'", schreibt der Schweizer "Blick". Sein Aussehen habe laut "Blick" einen großen Stellenwert: "Man sieht ihn nie ohne gepflegten Anzug und Gel in den Haaren." Die Österreicher würden große Hoffnung in Kurz setzen, "dass er ihr Land wieder zurück an die Spitze bringt, wie er ihnen verspricht".

"Österreichisches Wunderkind"
Lob für Kurz kommt auch aus Ungarn. "Das österreichische Wunderkind könnte nützlich für Präsident Viktor Orban sein", schreibt Blikk.hu. Zum aktuellen Bundeskanzler Christian Kern würde Orban ein frostiges Verhältnis unterhalten. So habe Kern beispielsweise vorgeschlagen, EU-Gelder für Ungarn zu streichen, wenn das Land nicht entsprechend dem gemeinsamen Reglement handle. "Dagegen hat sich Kurz als Außenminister gut mit seinem ungarischen Amtskollegen Peter Szijjarto verstanden. Noch dazu stehen sich der Standpunkt von Kurz und seiner Partei und der ungarischen Regierung in der Flüchtlingsfrage nahe", so Blikk.hu weiter.

"Ungarn und Polen haben einen neuen Verbündeten hinzugewonnen"
"Österreich wendet das Blatt und bereitet sich darauf vor, die Machtverhältnisse in Europa auf den Kopf zu stellen", kommentiert die italienische "La Repubblica" das österreichische Wahlergebnis. Und die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt: "Viele von Kurz' Ideen - eine effizientere Verwaltung, Steuerentlastungen und mehr Mitsprache des Volks - sind richtig." Die belgische Zeitung "De Standaard" kommentiert die Nationalratswahl so: "Die Ungarn und die Polen haben einen neuen Verbündeten hinzugewonnen, die Deutschen haben womöglich einen weniger."

Franz Hollauf
Redakteur
Franz Hollauf
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