Einmal mehr gingen am Montag Eltern und Kinder auf die Straße, um für mehr Schulassistenzen und damit mehr Inklusion im Alltag zu kämpfen. Man will sich „nicht abwimmeln lassen und bis nächstes Jahr warten“.
„In den Klassen geht es rund. Kinder laufen weg, führen sich auf, aber wir werden nur auf nächstes Jahr verwiesen“, sagt Marie Luise Florineth. Auch ihr Sohn Leo, der körperlich, aber nicht geistig beeinträchtigt ist, braucht im Schulalltag Unterstützung. Das Problem aus Sicht der Betroffenen: Es werden vom Land Steiermark bei weitem nicht so viele Stunden genehmigt, wie nötig wären. „Ich zahl 200 Euro im Monat für eine Nachmittagsbetreuung, die ich nicht in Anspruch nehmen kann.“
Mehr Kinder, aber weniger Stunden pro Schüler
Statt einer Einzel- gebe es nun oft eine Mehrfachbetreuung – ein neuer Ansatz für das heurige Schuljahr, der auch dafür sorgte, dass der Kreis jener Kinder, die Betreuung bekommen, auf chronisch Kranke ausgeweitet wurde. Eine Anfragebeantwortung von Landesrat Stefan Hermann (FPÖ) an die Grünen zeigt: Im aktuellen Schuljahr wurden zwar gesamt mehr Stunden für mehr Kinder (2503 statt 1466) genehmigt, allerdings wurde die Anzahl der Stunden pro Kind kleiner – sie beläuft sich statt auf 16 nun auf 11,6 (jedoch fehlen noch 358 Anträge). Die Kosten für die Assistenzleistungen belaufen sich auf 97,5 Millionen Euro, wovon das Land 58,5 Millionen zahlt, der Rest entfällt auf die Gemeinden.
„Manche Assistenzen müssen sich um fünf Kinder kümmern. Oder wenn zwei Kinder gewickelt werden müssen – da reicht eine Assistenz einfach nicht“, sagt Florineth. Nicht nur die Kinder, auch deren Mitschüler, die Lehrer und die Assistenten selbst würden darunter leiden, sagt Florineth.
„Lassen uns nicht vertrösten“
Schon Ende Oktober gingen die Eltern und Kinder – mit Unterstützung einiger Oppositionspolitiker – auf die Straße, um mehr Assistenzstunden von Landesrat Stefan Hermann (FPÖ) zu fordern. Es gab ein Gespräch – aber man sei „auf nächstes Jahr vertröstet worden“, sagt Florineth. „Das können wir so nicht stehen lassen. Wir brauchen jetzt diese Stundengelder.“ Sie und ihre Mitstreiter fordern deswegen eine neue Gesprächsrunde.
Etwa 150 Teilnehmer marschierten am Montagvormittag vom Geidorfplatz zum Freiheitsplatz und skandierten „Jedes Kind hat Recht auf Bildung!“ und „Inklusion braucht Bildung“. Grünen-Chefin Sandra Krautwaschl und KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler forderten die Landesregierung zum Handeln auf: „Schönen Worten müssen jetzt Taten folgen!“
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