Mo, 28. Mai 2018

Bäume entwurzelt

19.08.2017 12:44

Schwere Schäden durch Unwetter im ganzen Land

Neben den katastrophalen Auswirkungen des Sturms, der in der Nacht auf Samstag mit bis zu 126 km/h über Oberösterreich hinwegfegte und bei einem Zeltfest zwei Menschen das Leben kostete , haben die Unwetter auch in vielen anderen Teilen des Landes schwere Schäden angerichtet. Menschen wurden verletzt, die Einsatzkräfte standen im Dauereinsatz. Auch mehrere Zugstrecken wurden durch umgestürzte Bäume lahmgelegt.

Der schwere Sturm über Oberösterreich in der Nacht auf Samstag sorgte auch für großflächige Stromausfälle. Umgestürzte Bäume und Blitzeinschläge verursachten das Blackout. 150.000 Menschen saßen im Dunkeln berichtete die Netz OÖ GmbH. Der Beginn der Störung war am Freitag kurz nach 22 Uhr im Bezirk Braunau eingetreten. Bis 5 Uhr konnten bereits 100.000 Kunden wieder erreicht werden.

Im Salzkammergut rückten Helfer zu einem außergewöhnlichen, tierischen Feuerwehreinsatz aus: Ein Zelt eines in Bad Ischl (Bezirk Gmunden) gastierenden Zirkus wurde weggerissen. Die darin untergebrachten Tiere flüchteten und irrten im Ort umher. Die Einsatzkräfte rückten aus, um die Ziegen und Ponys wieder einzufangen, berichtete die Feuerwehr per Presseaussendung. Vorübergehend eingestellt wurde der Zugsverkehr auf der Verbindung Schärding-Passau.

Frauen in Salzburg von Trümmern getroffen
Bei den orkanartigen Sturmböen wurden in der Nacht auf Samstag in der Stadt Salzburg drei Menschen verletzt. In der Altstadt lösten sich Gerüstteile. Zwei Frauen wurden von Trümmern getroffen und erlitten Rissquetschwunden im Gesicht.

Im Stadtteil Wals wurde eine Plexiglasscheibe auf die Westautobahn geweht. Sie durchschlug die Windschutzscheibe eines 19-jährigen Lenkers. Durch die Splitter der Windschutzscheibe verletzte sich der junge Mann im Bereich der Augen. Der Vater brachte seinen Sohn in das Landeskrankenhaus.

Die Nacht war für die Rettungskräfte im gesamten Bundesland arbeitsreich: 364 Einsätze wurden laut Information des Landesfeuerwehrkommando von den 43 Feuerwehren bis in die Morgenstunden abgearbeitet.

Die Böen sorgten auch zu Wasser für Notfälle: Die Wasserrettung Wallersee musste viele Segelboote sichern und ans Ufer schleppen, die von ihrer Verankerung losgerissen im See trieben.

Sperren im Zugverkehr
Unwetterschäden sorgten außerdem - insbesondere in Tirol - für Probleme im Zugverkehr. Die Korridorstrecke bei Kufstein war wegen umgestürzter Bäume unterbrochen. "Die Sperre wird voraussichtlich bis Sonntagvormittag andauern", teilten die ÖBB mit. Betroffen waren auch die Außerfernbahn und die Verbindung Schärding-Passau in Oberösterreich. ÖBB-Korridorzüge wurden zwischen Salzburg und Innsbruck über Zell am See umgeleitet. Dadurch ergaben sich Verspätungen von bis zu 90 Minuten. Auch die Strecke Ehrwald - Griesen auf der Außerfernerbahn in Tirol war unterbrochen.

Bereits am Freitagabend war im Tiroler Unterland eine Garnitur eines Regionalzugs evakuiert worden, nachdem eine Sturmböe diese bei Münster beschädigt hatte. In Kramsach krachte ein geknickter Baum auf die Stromleitung und einen darunter abgestellten leeren Linienbus.

Straßen in Vorarlberg blockiert
In Vorarlberg war laut Polizei vor allem der Großraum Bludenz vom Unwetter betroffen. Ein Baugerüst musste noch während des tobenden Gewitters abgebaut werden, da es auf die Straße zu stürzen drohte. In Bürs verlegten zahlreiche Bäume die Brandnerstraße, die für Aufräumarbeiten vorübergehend unpassierbar war. Zudem wurden Baustellenzäune auf die Fahrbahn geweht.

 krone.at
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