So, 20. Mai 2018

Schwitzen zu zweit

14.08.2017 14:47

So macht Sport auch mit dem Partner Spaß

Gemeinsame Vorstellungen und Ziele, so heißt es oft, sind das Salz in der Suppe gelingender Beziehungen. Sowohl in großen Themen wie der Familienplanung oder der Wahl des Wohnortes als auch in alltäglichen Belangen wie Sport, Ernährung oder Freizeitgestaltung ist Harmonie ein guter Helfer. Wer darüber nachdenkt, gemeinsam mit dem Partner Sport zu treiben, ist also auf dem richtigen Weg. Wichtig ist es dann jedoch, einige Grundregeln zu beachten, um die Liebe nicht zu gefährden.

Warum Sport auch in der Liebe eine Rolle spielt

Sportlichkeit lässt sich nicht allein auf die körperliche Ebene reduzieren. In der Regel nämlich denken und handeln sportliche Menschen anders als jene, die sich nicht einmal zu kurzen Spaziergängen aufraffen können. Bei der Partnersuche darf daher auch die Affinität zum Treiben von Sport eine Rolle spielen.

Das unterstreicht auch eine aktuelle Studie von Parship.at. Hier gaben rund sechzig Prozent der befragten Österreichischen Singles an, dass sie sich über einen sportbegeisterten Partner freuen würden. Ein Teil der Frauen, knapp 17 Prozent, achtet sogar ganz besonders auf die Wahl eines sportlichen Partners. Bei Männern sucht immerhin jeder Zehnte nach einer fitten Dame. Wer sich fragt, wie essenziell Sport für gelingende Beziehungen sein kann, findet in besagter Studie ebenfalls Antworten. So gaben drei Prozent der Umfrageteilnehmer zu, eine Beziehung schon einmal beendet zu haben, weil ihnen ihr Partner nicht sportlich genug war. Rund zehn Prozent haben bereits am eigenen Leib erfahren, dass Sport zu zweit die Beziehung stärken kann.

Es gibt also genügend Gründe, gemeinsam mit dem Partner zu sporteln. Paare, die sich auf dieses Abenteuer jedoch ohne vorherige Absprachen oder Gespräche einlassen, dürften im weiteren Verlauf auf diverse Hürden und Hindernisse stoßen. So kann sich Sport in einer Beziehung zum Streitthema entwickeln, was für Stress und Unmut sorgt.

Konkurrenzkämpfe belasten die Beziehung

Eine der Hauptursachen für Streit wegen Sport ist das Konkurrenzdenken unter Partnern. Ein wenig sportliches Wetteifern kann guttun, denn so spornen sich Partner gegenseitig zu besseren Leistungen an und können ihr Vorankommen gemeinsam feiern. Es ist jedoch wichtig, dass der Wettkampfcharakter nicht überwiegt, denn sonst verwandeln sich beide Partner in Kontrahenten, die im schlimmsten Fall nicht dazu in der Lage sind, die Erfolge des anderen anzuerkennen.

Die Wahl der Sportart kann entscheidend dafür sein, wie stark sich Konkurrenzdenken in der Partnerschaft zeigt. Alle Disziplinen, in denen sich Leistung konkret messen lässt, bergen ein gewisses Konfliktpotenzial. Die Geschwindigkeit beim Joggen, die Bahnenzahl beim Schwimmen oder auch das Verhältnis von Sieg und Niederlage bei Sportarten wie Tennis oder Badminton können vor allem bei ehrgeizigen Naturen für Frust und Missgunst sorgen. Wer sich stets schlechter fühlt als der Partner, wird dauerhaft nicht umhinkommen, diese negativen Emotionen auch auf die Partnerschaft zu übertragen. Sportarten mit konkretem Leistungscharakter sollten daher Paaren vorbehalten sein, die etwa den gleichen Fitness-Zustand haben, oder bei denen der "Schlechtere" kein Problem mit seinem Rückstand hat.

Doch welche Sportarten sind frei von Wettkampfdenken? Es gibt einige Optionen, bei denen der Spaß am Bewegen im Vordergrund steht und konkrete Leistungen weniger ins Gewicht fallen. Zu diesen gehören:

  • Yoga
  • Pilates
  • Wandern
  • oder auch Wintersport.

Sind diese Disziplinen bei einem der Partner jedoch nicht gerade beliebt, könnte auch eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio sinnvoll sein. Hier gehen die Partner gemeinsam zum Sport, folgen jedoch jeder für sich einem ganz eigenen Plan. In der Sauna oder beim Eiweißshake nach dem Workout ist dann Zeit für Gespräche und Paare können das Hochgefühl nach körperlicher Ertüchtigung gemeinsam genießen.

Gemeinsamkeiten erhöhen den Spaßfaktor

Treffen Sportfreak und Couchpotato aufeinander, kann das für Zündstoff in der Beziehung sorgen. Sind beide mit ihrer Verschiedenheit zufrieden, fallen Unterschiede nicht weiter auf. Ist Sport jedoch das Zentrum des Lebens, kann ein unsportlicher Partner die Bedürfnisse des anderen nicht erfüllen. Auch umgekehrt gilt dieser Grundsatz. Die Affinität für Sport wirkt sich daher deutlich stärker auf eine Beziehung aus als andere Dinge wie die bevorzugte Schlafseite oder der Musikgeschmack.

Tatsache ist jedoch, dass es Menschen ganz ohne sportliche Ambitionen nur äußerst selten gibt. Oft sind Niederlagen aus der Vergangenheit, Unsicherheiten oder Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper oder der persönlichen Leistungsfähigkeit Gründe dafür, dass ein Mensch dem Sport abschwört. Ein sportlicher Partner kann dann sogar dabei helfen, verdrängte Persönlichkeitsanteile wieder zum Leben zu erwecken. "Diese enteigneten Teile sind im Lauf der Entwicklung verloren gegangen. Wenn man sie nun beim anderen in der Partnerschaft wiederfindet, kann man sich daran im besten Fall ein Beispiel nehmen und diese Eigenschaften auch für sich wieder neu entdecken." (Quelle: http://sciencev2.orf.at/stories/1634434/index.html) In einem solchen Fall ist Sport in der Partnerschaft nicht nur förderlich für die Gesundheit, sondern kann auch die Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen positiv beeinflussen.

Liegen zwischen der körperlichen Konstitution beider Partner Welten, muss Sport daher nicht gänzlich vom gemeinsamen Terminplan gestrichen werden. Insbesondere Disziplinen, bei denen Gemeinschaftlichkeit eine Rolle spielt, bieten hier einen sinnvollen Einstieg. So können sich Paare auch beim Tanzen, Klettern oder Tandemfahren auspowern und genießen das gute Gefühl, etwas gemeinsam zu tun. Ganz nebenbei verbessert sich die Fitness des unsportliche Partners, was die Auswahl anspruchsvollerer Sportarten in der Zukunft leichter macht.

 krone.at
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