Sa, 26. Mai 2018

Kuriose Entwicklung

07.08.2017 18:52

Kampl nach Wiederaufnahme aus FPÖ ausgetreten

Kuriose Entwicklung um den umstrittenen Gurker Bürgermeister Siegfried Kampl: Nachdem erst am Sonntag bestätigt wurde, dass sein FPÖ-Ausschluss wegen eines Formalfehlers vor drei Monaten rückgängig gemacht worden war, trat Kampl am Montag aus eigenen Stücken wieder aus der Partei aus. Das sei bei einem Gespräch mit dem Kärntner Landesparteichef Gernot Darmann so besprochen worden, wurde mitgeteilt.

2014 war Kampl von Parteichef Heinz-Christian Strache ausgeschlossen worden, nachdem er sich in einem Interview ausdrücklich nicht vom Nationalsozialismus distanzieren wollte. Er hatte damals in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" erklärt, er distanziere sich "nur von dem, was sie gemacht haben", aber "nicht vom Nationalsozialismus". Die FPÖ schloss ihn noch am gleichen Tag aus der Partei aus. "Jemand, der mit dem Nationalsozialismus liebäugelt, hat in der FPÖ nichts verloren", erklärte Strache damals. Bereits einige Jahre zuvor hatte Kampl, damals für das BZÖ im Bundesrat, für Aufregung gesorgt, als er Deserteure der Wehrmacht als "Kameradenmörder" bezeichnete.

Wegen Formalfehler wieder aufgenommen
Dem ORF Kärnten bestätigte Kampl am Sonntag, dass der Ausschluss vor drei Monaten aufgehoben wurde. Doch das sei ihm zu wenig: Die Partei müsse sich bewegen, sich entschuldigen. Er selbst habe sich immer als Mitglied gefühlt und die Parteisteuer immer bezahlt. Laut FPÖ wurde der Ausschluss wegen eines Formalfehlers aufgehoben.

Der Kärntner FPÖ-Landtagsabgeordnete Christian Leyroutz erklärte die Wiederaufnahme daraufhin folgendermaßen: "In den Satzungen ist der Ausschluss eines Mitgliedes nur dann vorgesehen, wenn er innerhalb einer Parteivorstandssitzung passiert. Das ist im Umlaufwege nicht möglich." Der stellvertretende Parteichef Norbert Hofer kündigte am Montag allerdings einen erneuten Anlauf für einen Ausschluss Kampls an - diesem kam der Gurker Bürgermeister nun offenbar mit seinem Austritt zuvor.

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