Fr, 25. Mai 2018

Regen, Hagel, Muren

06.08.2017 18:07

Unwetter zogen Spur der Verwüstung durch Tirol

Heftige Unwetter mit Hagelschauer und Starkregen haben am Samstag große Schäden in Tirol angerichtet. Vor allem das hintere Zillertal, Teile Osttirols und Steinach am Brenner wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. In Ginzling stürzte ein Mann in den reißenden Floitenbach: Eine große Suchaktion wurde gestartet.

"An einen so heftigen Einsatz kann ich mich seit meiner Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr nicht erinnern. Das war wirklich extrem", findet Gebhard Klotz, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mayrhofen, klare Worte und fügt hinzu: "Gleich von drei Seiten kam der strömende Regen. Der Boden hat das Wasser irgendwann einfach nicht mehr aufnehmen können." Über 70 Keller von Gewerbebetrieben und Wohnhäusern mussten von den Wassermassen befreit werden, teilweise standen die Räumlichkeiten bis zu einem Meter unter Wasser. "Bisher hatten wir bei Unwettern nur um die 20 überflutete Keller", sagt Klotz.

90 Feuerwehrmänner

Geschlagene neun Stunden am Stück waren die fleißigen Florianijünger im Einsatz. "Irgendwann haben wir es alleine nicht mehr geschafft und Verstärkung angefordert", teilt der Einsatzleiter mit. Zur Hilfe eilten die Betriebsfeuerwehr Mayrhofen sowie die Freiwilligen Feuerwehren Zell/Ziller und Laimach. In Summe waren es 90 Feuerwehrmänner.

Mann in Floitenbach gestürzt

Auch in Tux im Zillertal im Ortsteil Lanersbach trat der Tuxbach über die Ufer. In Ginzling ging eine Mure nieder. Ein bislang Unbekannter wird vermisst, nachdem er in den reißenden Floitenbach gestürzt war. Beobachter gaben an, dass er auf einem gespannten Seil den Bach überqueren wollte. Die Zillertalstraße zwischen Mayrhofen und Ginzling musste am Sonntag kurzzeitig gesperrt werden - deshalb, da sich zu Mittag an der "Franzosenwand" ein Felssturz ereignete. Ebenfalls vorübergehend gesperrt war am Sonntag der Abschnitt zwischen Gerlos und Gmünd, da in Richtung Mittersill eine Schlammlawine eine Nebenstraße verlegte.

Große Mure in Osttirol

Schauplatzwechsel nach Osttirol: Auch dort trieben die heftigen Unwetter ihr Unwesen. Im Bereich des Peterbachgrabens auf der Felbertauernstraße ging am Samstag gegen 20.15 Uhr eine Mure ab, verschüttete die Straße bis zu einem halben Meter hoch und erfasste den Wagen eines 45-Jährigen. Der Mann und seine Begleiterin blieben unverletzt. Die Felbertauernstraße blieb bis gestern Vormittag gesperrt. Auch im Kalser- und Virgental kam es zu einigen Murenabgängen.

Abgedecktes Dach in Steinach am Brenner

Schauplatzwechsel nach Steinach am Brenner: Dort wurde das Dach eines Mehrparteienhauses komplett abgedeckt. Holzteile fielen auf die Gemeindestraße und angrenzende Parkplätze. Und im Bereich der Nösslachstraße gingen Dutzende große Hagelkörner nieder. Von den Unwettern betroffen waren auch Gemeinden im Stubaital.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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