Mi, 13. Dezember 2017

Ex-FBI-Agent warnt:

01.08.2017 09:40

Bin Ladens Sohn will Rache für Tod seines Vaters

Hamza bin Laden ist seit jungen Jahren ein prominenter "Gast" in dschihadistischen Propagandavideos. Der jüngste Sohn des ehemaligen Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden gilt seit den Anschlägen vom 11. September 2001 als "Posterboy" des Terrors. Nun will der 28-Jährige offenbar in die Fußstapfen seines Vaters treten. Seit Anfang des Jahres steht Hamza auf der US-Liste der gejagten Top-Terroristen. Wiederholt hat er in Videos das saudische Königshaus als Verräter beschimpft und mit Rache für den Tod seines Vaters gedroht.

Der ehemalige FBI-Agent Ali Soufan hat zahlreiche Briefe Hamzas an Gefolgsleute gelesen und glaubt, die Ziele und die Gedankenwelt des 28-Jährigen zu kennen.

Gleiche Wortwahl wie Osama bin Laden
Eines ist für Soufan klar, wie er gegenüber der britischen "Daily Mail" erklärt: "Hamza wird als der nächste Anführer von Al Kaida gesehen." "Im Prinzip sagt er: 'Amerikaner, wir kommen zu euch und ihr werdet es spüren. Wir werden rächen, was ihr meinem Vater angetan habt.'" Laut Soufan benützt Hamza die gleiche Terminologie und die gleichen Redewendungen wie sein 2011 im Zuge einer US-Geheimaktion im pakistanischen Abbottabad getöteter Vater.

Hamza soll in Fußstapfen des Vaters treten
In Briefen Osama bin Ladens, die unmittelbar nach dem Navy-Seals-Einsatz im Unterschlupf des Terrorpaten sichergestellt wurden, ist auch immer wieder über den Wunsch des 9/11-Drahtziehers zu lesen, dass sein Sohn seine Nachfolge antritt. In einem Schreiben von Hamzas Mutter soll laut Soufan der gleiche Wunsch stehen.

Hamza stammt von Bin Ladens zweiter Ehefrau Khairiah Sabar, die gemeinsam mit zwei weiteren Ehefrauen des Terrorpaten in Abbottabad verhaftet wurde und einige Zeit in Pakistan in Haft war. Im Jahr 2012 wurden die drei Frauen mit ihren elf Kindern und Enkeln nach Saudi-Arabien abgeschoben, wo sie seit damals leben.

Trotz dieser "Gastfreundschaft" der Saudis kann Hamza dem Königshaus die Kooperation mit den US-"Kreuzrittern" nicht verzeihen. Der 28-Jährige meint zudem, der Gründer und erste König Saudi-Arabiens, Abdulaziz bin Rahman bin Faisal al Saud, sei ein britischer Agent gewesen. Tatsächlich kämpften die Saudis im ersten Weltkrieg aufseiten der Entente gegen das Osmanische Reich. König Abdulaziz genoss den Schutz der Briten und bekämpfte Aufständische, die sich gegen die britische Vorherrschaft wehrten. Hamza wettert seit Jahren gegen die Herrscher in Saudi-Arabien und ruft zu Terroranschlägen und einem Aufstand gegen die Saud-Familie auf.

Kampf mit dem IS um Terror-Vorherrschaft?
Experten halten es auch für möglich, dass die Al Kaida unter der Leitung Hamza bin Ladens wieder zu alter Stärke zurückfinden und sogar der Terrormiliz Islamischer Staat den Rang ablaufen könnte, zumal sich diese derzeit im Irak und in Syrien auf dem Rückzug befindet.

Gabor Agardi
Redakteur
Gabor Agardi
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