Fr, 24. November 2017

Kultour

31.07.2017 11:26

Schatzsuche in den Wasserspielen

Kunstverein: Münzen aus dem Bauch einer Schildkröte, eine 130 Jahre alte Kanone - Farmers & Moores "Sammelsurium" der Kulturen.

Séamus Kealy lädt diesen Sommer nicht nur ins Kino, sondern auch zu Wasserspielen ein. Wenn Sie jetzt an die romantische Variante von Schloss Hellbrunn denken, liegen Sie allerdings komplett falsch. Der kanadische Künstler Geoffrey Farmer ließ sich für seine Installation im Kunstverein "A Dark Switch Yawning, Neptune Skeletons Thronging, Black Bucket Prolonging, World Turtle Longing, Sink Plug Wronging", die er gemeinsam mit Gareth Moore gestaltete, zwar von dem historischen Vorbild im Süden von Salzburg inspirieren, allerdings nur was die hydraulischen und pneumatischen Techniken betrifft.

Inmitten ihres Teiches in der Hauptgalerie, für den 40.200 Liter Wasser zwei Tage lang in ein mit einer Folie ausgelegtes Becken flossen, befinden sich nämlich nicht wasserspeiende Hirsche und geheimnisvolle Grotten, mit denen Fürsterzbischof Markus Sittikus seine Gäste schon vor 400 Jahren bespaßte, sondern "Fundstücke aus der ganzen Welt und Kosmologien aus verschiedenen Zeitaltern.

Neben mittelalterlichen Wasserwerken und einem altgriechischen Mondkalender, entdeckt man hier auch Münzen aus dem Bauch einer Schildkröte (sie fristete vermutlich in einem thailändischen Brunnen ihr Dasein, der wie der Trevi-Brunnen in Rom von den Touristen mit Münzen gefüttert wird) oder eine Kanone aus dem Jahr 1880, die Farmers Vater eines Tages beim Fischen plötzlich am Hacken hatte.

In den Teich fließt somit nicht nur ein "Sammelsurium" aus diversen Kulturen, sondern auch die persönlichen Geschichten der beiden Künstler. Allerdings soll es nicht dabei bleiben, denn auch der Besucher ist gefragt, den Teich mit seinen Geschichten zu bereichern.

"Ich bin überzeugt davon, dass jeder mit den Gegenständen, die den Teich bevölkern, etwas anfangen kann, seine eigene Geschichte damit verbindet und somit dem Ganzen seine ganz eigene Bedeutung beimisst. Es ist eine Ausstellung für Jedermann, der man ganz offen begegnen sollte", betont der Direktor.

Eine schöne Ansichtsweise, die auch bedacht werden sollte, wenn man im alltäglichen Leben auf ein "Sammelsurium" unterschiedlicher Kulturen trifft. Farmer konnte bei der Eröffnung leider nicht zugegen sein. Kein Wunder, so bespielt der Künstler doch dieser Tage den kanadischen Pavillon auf der Biennale in Venedig.

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