Sa, 18. November 2017

Spurensuche

20.07.2017 19:16

Rudolfshütte – Perle in den Hohen Tauern

Es ist ein Rückblick der besonderen Art: Die Rudolfshütte am Weißsee hoch über Uttendorf entwickelte sich von der einfachen Hütte aus dem Jahr 1874 zum Berghotel. Hans Buchner und Erich Marx begeben sich in einer neuen Ausstellung bei der Bergstation auf Spurensuche, entdeckten dabei Erstaunliches und Amüsantes.

Komfort im Hochgebirge, ein bequemer Zustieg für jeden mit der Seilbahn: Das war auf der Rudolfshütte (2315 m) nicht immer so. 1874 baute der Alpenverein die erste einfache Hütte. In den 50ern wurde der Weißsee dann aufgestaut und das Haus übersiedelte rund 65 Meter über den höheren Wasserspiegel. 1959 war Eröffnung. Ein steiniger Weg mit Höhen und Tiefen begann. Nach der Jahrtausend-Wende stand das Gebiet auf der Kippe, man wollte alles zusperren. Bis der Zeller Hotelier Wilfried Holleis Haupteigentümer der Seilbahn wurde und die Rudolfshütte übernahm. Schon damals dachte er an einen bevorstehenden Klimawandel mit Schneemangel im Tal. "Seit er da ist, geht es bergauf", freut sich auch Fritz Stadler, Bergprofi, der seit 40 Jahren heraufkommt. 50.000 Übernachtungen zählt die Rudolfshütte im Jahr, das ist ein Drittel der Uttendorfer Zahlen.

Das Gebiet hatte schon immer eine Ausnahmestellung. Was die wenigsten wissen: "Hier gab es im 20. Jahrhundert die Vorläufer für die Nationalparkidee", erzählt Hans Buchner, dass Käufer aus Stuttgart damals Flächen sicherten. Dann brachte die Geschichte aber noch stärkes Interesse an der Energie: Weil die Bahnstrecke Salzburg-Wörgl elektrifiziert wurde, bauten die ÖBB in den 20ern ihren Kraftwerksstandort.

Hans Buchner und Erich Marx, der frühere Direktor im Salzburg Museum, trugen jetzt alle Dokumente über die Rudolfshütte zusammen. Überraschend auch für Marx: Kronprinz Rudolf war damals Namensgeber für die einfache Hütte. Und: "Dazu existiert sogar noch die Originalgenehmigung von der Hofkanzlei."

Auch Hobby-Historiker leisteten ihren Beitrag. Renate Ratzenböck - sie zählt sich zu "Stubachtal-Spinnern" - fand in der Fotokiste der Großmutter ein Bild der kaiserlichen Familie.

Das Leben mit der sensiblen Natur gelingt am Weißsee bis heute: "Aber es muss möglich sein, historisch gewachsene Strukturen sanft weiterzuentwickeln", so der Appell. Hotelier Holleis will die Mittelstation am Grünsee modernisieren und 50 Betten bauen. Mehr Gäste sollen die Chance bekommen, im Gebiet zu bleiben.

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden