Sa, 18. November 2017

Keller überflutet

10.07.2017 10:20

Schwere Schäden nach Hagel- und Blitzgewittern

Im ganzen Land sind am Sonntagabend und in der Nacht teils schwere Unwetter niedergegangen. Blitzschlag setzte dabei etwa eine Holzhütte in Niederösterreich in Brand. Der Keller des Klinikums Baden wurde überflutet. Im Wechselgebiet kam es zu Überschwemmungen. Im Landesnorden verursachte Hagel Schäden in Höhe von gut 700.000 Euro. Die Ausläufer der Wetterkapriolen reichten bis nach Wien, hier zuckten zahlreiche Blitze am nächtlichen Himmel. Auch in Salzburg und Tirol stand die Feuerwehr im Dauereinsatz.

Die Front am Sonntag sei über das Waldviertel herein- und bis in den Süden weitergezogen, so Franz Resperger, Sprecher der niederösterreichischen Feurwehr. Gegen Mitternacht wurde der Bezirk Neunkirchen von den Unwettern heimgesucht. Im Stadtgebiet von Neunkirchen schlug in einer Kleingartensiedlung ein Blitz in eine Holzhütte ein und setzte diese in Brand. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand die Hütte bereits in Vollbrand. Unter schwerem Atemschutz gelang es den Löschmannschaften, den Brand unter Kontrolle zu bringen und abzulöschen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Auch in Trumau (Bezirk Baden) löste ein Blitz einen Brand aus. Der Dachstuhl eines Einfamilienhauses fing Feuer. Die Bewohner konnten sich ins Freie retten, verletzt wurde niemand. Der Brand wurde von der Feuerwehr gelöscht.

Landesklinikum überflutet
In der Stadt Baden musste die Feuerwehr ins Landesklinikum ausrücken. Wegen der heftigen Niederschläge war Wasser in das Spitalsgebäude eingedrungen und hatte den Keller überflutet. Der medizinische Betrieb lief derweil aber ungestört weiter, Patienten waren nicht betroffen. Der Keller wurde ausgepumpt.

70 Liter pro Quadratmeter
Bereits am Sonntagnachmittag hatte sich über dem Wechselgebiet eine heftige Unwetterzelle zusammengebraut. Innerhalb kürzester Zeit fielen in der Gemeinde Tauchen (Bezirk Neunkirchen) binnen 20 Minuten gut 70 Liter Regen pro Quadratmeter.

Die Ortsdurchfahrt wurde an mehreren Stellen vermurt. Zudem mussten Keller ausgepumpt werden, der Ortsbach trat an mehreren Stellen über die Ufer. Ähnlich die Situation auch in Schlag bei Zöbern.

Agrarschäden auf 3500 Hektar Fläche
Insgesamt waren von den Hagelschlägen gut 3500 Hektar Agrarfläche in den Bezirken Gmünd und Zwettl betroffen, teilte die Österreichische Hagelversicherung mit. Neben Ackerkulturen sei vor allem Grünland schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Schaden wurde mit rund 700.000 Euro beziffert.

Blitz zerstört Kinderzimmer in OÖ
In Oberösterreich schlug am Sonntag während eines Gewitters kurz nach 21 Uhr ein Blitz in ein Einfamilienhaus in Sierning bei Steyr ein. Auf beiden Dachseiten wurden mehrere Quadratmeter Ziegel in den Garten geschleudert, im Innenraum stürzte ein Teil der Decke mitsamt Dämmung zu Boden. Zwei Mädchen, die normalerweise in diesem Raum schlafen, waren glücklicherweise nicht zu Hause, teilte die Polizei am Montag mit.

Gewitter in Tirol und Salzburg
Teils heftige Gewitter fegten am Sonntag auch über das Tiroler Unterland und Osttirol hinweg. Umgestürzte Bäume und ein Erdrutsch sorgten für Behinderungen. In Außervillgraten durchtrennte ein Blitz die Stromleitung, wodurch die Stromversorgung teilweise ausfiel, berichtete die Polizei.

Gewitter mit heftigem Regen und starken Windböen sorgten ebenso im Salzburger Flachgau und im Glemmtal (Pinzgau) für Einsätze der Feuerwehr. Insgesamt hielten sich die Schäden aber in Grenzen, berichtete die Landesfeuerwehrzentrale am Montag. In erster Linie mussten vollgelaufene Keller ausgepumpt werden.

Auch am Montag ist laut Wetterexperten wieder mit heftigen regionalen Unwettern in ganz Österreich zu rechnen.

 krone.at
Redaktion
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