Sa, 18. November 2017

Besuch in Israel

22.05.2017 16:48

Trump als erster US-Präsident an Klagemauer

Als erster amtierender US-Präsident hat Donald Trump am Montag die für Juden heilige Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt besucht. Er ging alleine an die Mauer und legte mit geschlossenen Augen eine Hand an sie. Trump trug dabei eine Kippa, eine jüdische Kopfbedeckung. Er steckte auch einen Bittzettel in die Wand.

Trump wurde neben jüdischen Geistlichen auch von seiner Ehefrau Melania, seiner Tochter Ivanka, dem US-Außenminister Rex Tillerson und Chefberater Jared Kushner begleitet. Auch diese traten an die Mauer und berührten sie.

Um diesen Besuch mit großer Symbolkraft hatte es einiges Hin und Her gegeben. Der Besuch wurde als privat deklariert, damit Israel ihn nicht als Zeichen für seinen Anspruch auf ganz Jerusalem als seine ewige, unteilbare Hauptstadt werten kann.

Kleiner Eklat schon vor Reiseantritt
US-Diplomaten hatten vor der Reise gesagt, die Klagemauer liege nicht in Israel, sondern im palästinensischen Westjordanland. Später distanzierte sich das Weiße Haus davon. Außenminister Tillerson erklärte auf dem Weg nach Israel, die Klagemauer sei Teil Israels.

Die Klagemauer ist die Westmauer des von Herodes erbauten zweiten jüdischen Tempels, der im Jahr 70 nach Christus von den Römern zerstört wurde. Die Jerusalemer Altstadt gehört zu den von Israel 1967 besetzten Gebieten. Die spätere Annexion des arabischen Ostteils der Stadt wurde international nicht anerkannt.

Trump: Grausamkeiten dürfen sich nicht wiederholen
Schon bei seiner Ankunft betonte Trump, sein Besuch sei eine "seltene Gelegenheit", Frieden in die Region zu bringen. Man wolle an einer Zukunft arbeiten, die Frieden für alle einschließe, sagte Trump weiter. Seine Reise gebe ihm Anlass zur Hoffnung. Israel habe eine der großen Zivilisationen der Welt aufgebaut. "Wir werden niemals erlauben, dass sich die Grausamkeiten des 20. Jahrhunderts wiederholen", sagte Trump unter Anspielung auf die millionenfache Vernichtung der Juden, ohne das Wort Holocaust zu benutzen.

Auch Außenminister Tillerson bezeichnete die Nahostreise Trumps als Chance. Die Visite sei "eine Gelegenheit, in den Diskussionen über Frieden zwischen den Israelis und den Palästinensern voranzukommen", sagte er.

"Bieten unsere Hand zum Friedensschluss"
Trump wurde von Israels Präsident Reuven Rivlin und dessen Frau Nechama empfangen, außerdem von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Ehefrau Sara sowie den Botschaftern beider Länder. "Israel bietet seine Hand zu einem Friedensschluss", sagte Netanyahu beim Empfang des US-Präsidenten. Sein Land garantiere die Rechte aller Religionen, während Christen in anderen Ländern des Nahen Ostens verfolgt würden, so Netanyahu. "Wir wollen einen echten, dauerhaften Frieden, in dem die Sicherheit des jüdischen Staates gewährleistet ist und der Konflikt ein und für allemal endet." Er sei zuversichtlich, dass das Bündnis Israels mit den USA unter Trump noch stärker werde.

Israel lockert Einschränkungen für Palästinenser
Kurz vor der Ankunft des US-Präsidenten hatte die israelische Regierung mehrere Einschränkungen für Palästinenser gelockert. Unter anderem sollen die Öffnungszeiten an mehreren Grenzübergängen im von Israel besetzten Westjordanland ausgeweitet werden. Aus israelischen Regierungskreisen hieß es, Trump habe vor seinen Gesprächen mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas um "vertrauensbildende Maßnahmen" seitens Israels gebeten.

Am Dienstag will Trump nach Bethlehem im Westjordanland weiterreisen und dort Gespräche mit Palästinenserpräsident Abbas führen. Zudem sind ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und eine Rede des US-Präsidenten im Israel-Museum vorgesehen.

Trump reist um die Welt
Der US-Präsident befindet sich derzeit auf seiner ersten Übersee-Reise. Vor seiner Ankunft in Israel hatte er Saudi-Arabien besucht und dort einen milliardenschweren Rüstungsdeal unterzeichnet. Von Israel aus geht es nach Italien.

 krone.at
Redaktion
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