Do, 23. November 2017

Warnung an Regierung

09.05.2017 16:48

Caritas schlägt Alarm: Pflegenotstand droht!

In Österreich droht in den nächsten Jahren ein Pflegenotstand. Während heute fünf Prozent der Bevölkerung das 80. Lebensjahr vollendet haben, soll dies 2050 bereits 11,5 Prozent oder eine Million Menschen betreffen. Caritas-Präsident Michael Landau richtet einen warnenden Appell zum raschen Handeln an die Regierung.

Überforderte Angehörige und Pflegepersonal, das über dubiose Agenturen angeheuert wird, sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Aber auch aus den Heimen hagelt es Beschwerden. Die aktuellen Rahmenbedingungen für Pflegeangebote sind bundesweit nicht einheitlich geregelt. Derzeit beziehen 456.000 Menschen trotz erschwertem Zugang Pflegegeld. Und die Tendenz ist weiter steigend.

Erforderliche Qualifikationen werden unterschätzt
"Wir wissen, dass in der Pflegegeldeinstufung sowohl Demenz als auch psychische Beeinträchtigungen nicht adäquat berücksichtigt werden. Das hat zur Folge, dass die erforderlichen Qualifikationen und die notwendigen Zeitressourcen für den Umgang mit Menschen mit Demenz und Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Praxis deutlich unterschätzt werden. Hier muss dringend nachgebessert werden", warnt Landau. "Auch zunehmende Hospiz- und Palliative-Care-Aufgaben können nicht mit gleichbleibender Mittelausstattung bewältigt werden", so der Caritas-Präsident.

Einheitliche Standards in Österreich
Er fordert österreichweit einheitliche Qualitäts-, Versorgungs- und Finanzierungsstandards für die Pflege. Weiters verlange Würde im Alter neben optimaler Pflege eine gute und motivierte Alltagsgestaltung. Die sei auch leistbar. Den Beweis dafür liefern skandinavische Länder, die mit Entschiedenheit in ein öffentliches Pflegesystem investieren und damit qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Martina Münzer, Kronen Zeitung

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