Mo, 20. November 2017

Waffe war versteckt

27.04.2017 13:32

Terrorplan am Flughafen Wien-Schwechat vereitelt

Ein deutscher Bundeswehrsoldat soll sich als syrischer Kriegsflüchtling ausgegeben und einen Anschlag geplant haben - jetzt wurde der Mann (28) in Deutschland verhaftet. Er war allerdings nach Informationen der "Krone" bereits im Februar kurzfristig am Flughafen Wien festgenommen worden, als er sich eine Waffe, die er dort auf einer Toilette versteckt hatte, zurückholen wollte. Ebendiese Pistole habe der 28-Jährige für ein Attentat benutzen wollen, heißt es seitens Ermittlern.

Aufgefallen war der in Frankreich stationierte deutsche Oberleutnant bereits vor fast drei Monaten, weil er eine geladene Pistole in einer Toilette auf dem Flughafen Wien-Schwechat versteckt hatte. Als er die Waffe aus ihrem Versteck in einem Putzschacht holen wollte, sei er am 3. Februar von den österreichischen Behörden vorübergehend festgenommen worden. Für die Waffe besaß der Soldat keine Erlaubnis, sie stammte auch nicht von der Bundeswehr.

Ermittlungen von deutschen und österreichischen Behörden
Im Innenministerium bestätigte man am Donnerstag Ermittlungen und verwies an die zuständige Staatsanwaltschaft: "Es gibt Ermittlungen, die im Verantwortungsbereich der Staatsanwaltschaft Frankfurt geführt werden", erklärte Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck. "In diese Ermittlungen ist im Wege der Amts- und Rechtshilfe auch das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung eingebunden."

Laut Staatsanwaltschaft läuft gegen den 28-Jährigen ein noch nicht abgeschlossenes Verfahren wegen des Verdachts des Vergehens nach dem Waffengesetz.

Unter falschem Namen Asyl bekommen
Ermittlungen ergaben, dass sich der Mann Ende Dezember 2015 bei der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen unter falschem Namen als syrischer Flüchtling ausgab. Anfang Jänner 2016 stellte er bei der Erstaufnahmeeinrichtung im bayrischen Zirndorf einen Asylantrag. Die Behörden schöpften dem Anschein nach bei der Registrierung keinen Verdacht. Anschließend soll er eine Unterkunft in einem Flüchtlingsheim erhalten und seit Jänner 2016 auch deshalb finanzielle Unterstützung unter falschem Namen bezogen haben.

"Fremdenfeindliches Motiv"
Bei dem Bundeswehrsoldaten seien Anhaltspunkte für ein "fremdenfeindliches Motiv" gefunden worden, erklärte die zuständige Oberstaatsanwältin. Daher bestehe der Verdacht, dass er mit der zuvor am Wiener Flughafen hinterlegten Waffe eine "schwere staatsgefährdende Straftat" geplant habe. Wo genau das Attentat hätte stattfinden sollen, wurde nicht bekannt gegeben. In die Planungen soll auch ein 24 Jahre alter Student einbezogen gewesen sein. Er wurde ebenfalls festgenommen. Auch bei ihm fanden die Ermittler Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

Beide Männer stammen aus Offenbach und standen in Mail-Kontakt. In der Wohnung des Studenten entdeckten die Ermittler unter anderem Gegenstände, die unter das Waffengesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz fallen.

Durchsuchungen in D, Ö und Frankreich
90 Polizeibeamte des Bundeskriminalamtes, der hessischen und bayrischen Landespolizeibehörden sowie österreichische und französische Sicherheitsbehörden hatten am Mittwoch 16 Wohnungen und Diensträume der Bundeswehr in Deutschland, Österreich und Frankreich durchsucht. Außer den Wohnungen der beiden Beschuldigten nahmen die Ermittler auch Wohnungen von Menschen aus deren Umfeld unter die Lupe. Sie stellten zahlreiche Mobiltelefone, Laptops und schriftliche Unterlagen sicher.

Nach Ansicht der Ermittler führte der 28-Jährige ein Doppelleben. "Mir ist so was Ähnliches nicht bekannt. Ich denke, das ist auch eine sehr außergewöhnliche Geschichte", so eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft.

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Redaktion
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