Fr, 24. November 2017

Flüchtlingsbootholz:

15.04.2017 09:45

Ein Kreuz mit enormer Symbolkraft

Ein besonderes Kreuz, gefertigt aus Holzplanken gestrandeter Flüchtlingsboote, war in St. Peter Teil der Karfreitag-Liturgie. Erzabt Korbinian will damit aber kein politisches Statement setzen, sondern bewusst Mut machen.

Rettung und Schiffsbruch im übertragenen Sinn sind Teil des Gebetes in der Karwoche. "Im Laudes-Hymnus gibt es einen bedeutenden Vers. Es heißt darin: ,Du bist die Planke, die uns rettet aus dem Schiffbruch dieser Welt’", erinnert Erzabt Korbinian Birnbacher an die Symbolkraft von Ostern: "Es geht um die Solidarität mit allen Notleidenden, dafür ist Jesus gestorben. Es ist kein Zeichen des Scheiterns und des Untergangs."

Das Kreuz ist eine Leihgabe aus München. Es wurde aus blau und gelb gestrichenem Holz von zerschellten Flüchtlingsbooten gefertigt, das ein italienischer Künstler in Lampedusa aufgesammelt hat. Es war auch in der Salzburger Erzdiözese schon Teil von Gottesdiensten und Gebetskreisen, wie Erzabt Korbinian erzählt. Der Erzabt ist sich dessen bewusst, dass dieses "Kunstwerk mit einer vielleicht verstörenden Sprache" provozieren kann. Er will damit aber kein politisches Statement setzen, sondern an die Kraft erinnern, die auch in der Gegenwart vom Osterfest ausgehen kann. "Jeder weiß, wie schwer diese Situation für alle ist. Es helfen keine Mauern, es kann aber auch nicht jeder Staat alle Grenzen aufmachen.

Gläubige traten in St. Peter vor das Kreuz
Das Kreuz soll uns Mut machen für die Zukunft Europas." Am Karfreitag sind die Verehrung des Kreuzes und die Passion wesentliche Bestandteile. Ein Diakon brachte das Lampedusa-Kreuz bei der feierlichen Oster-Prozession in die Kirche. Ein Moment, der Kritiker und Vertreter einer großen Willkommenskultur verbindet. Gläubige traten in St. Peter vor dieses Holz, das an das Leid so vieler im Mittelmeer Ertrunkener erinnert, knieten nieder oder küssten es sogar.

Kronen Zeitung

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