Fr, 15. Dezember 2017

Bilanz 2016

30.03.2017 14:59

2,1 Millionen Lkw rollten über den Brenner

Der Lkw-Verkehr am Brenner nimmt weiter zu. Anders hingegen in der Schweiz: Seit dem Jahr 2010 hat der alpenquerende Lkw-Verkehr um 21 Prozent abgenommen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Allein über den Brenner in Tirol fuhren im Vorjahr mit 2,1 Millionen doppelt so viele schwere Lkw wie über alle Schweizer Alpenpässe, macht der VCÖ aufmerksam. "Das ist ein uralter Hut", wettert Fritz Gurgiser vom Transitforum Austria-Tirol.

Dass über den Brenner doppelt so viele Lkw wie über die Schweizer Alpenpässe rollen, ist laut Fritz Gurgiser seit Jahrzehnten bekannt. "Weil die Schweiz ein Drittstaat ist, ein eigenes Transitabkommen mit der EU hat und weil sie jeden Lkw auf der RoLa sündteuer subventioniert - übrigens die unintelligenteste und teuerste Form der Güterverkehrs", sagt Gurgiser. Der Brenner lockt, so Gurgiser weiter, im Gegensatz zur Schweiz die Transit-Lkw politisch bewusst an: Billigster Diesel und Ausnahmen ohne Ende von allen kw-Fahrverboten für die Transitflotte im Norden (Kufstein - Brenner) und billigstes Roadpricing und kein einziges Lkw-Fahrverbot im Süden (Brenner - Verona).

VCÖ sieht das anders

Im Vorjahr wurden mit 40,4 Millionen Tonnen so viele Güter wie noch nie über die Schweizer Alpen transportiert. Gleichzeitig nahm die Zahl der Lkw-Fahrten um 3,4 Prozent auf 975.000 ab, weist der VCÖ auf aktuelle Daten des Schweizer Bundesamts für Verkehr hin. Der Bahnanteil im alpenquerenden Güterverkehr stieg in der Schweiz auf 71 Prozent. "Mit 2,1 Millionen waren allein über den Brenner mehr als doppelt so viele schweren Lkw unterwegs. Während es der Schweiz dank zahlreicher Maßnahmen gelingt, die Belastung durch den Lkw-Verkehr zu verringern, nimmt der Lkw-Verkehr in und durch Österreich ungebremst zu", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Die EU ist gefordert

Aus Sicht des VCÖ ist es völlig unverständlich, dass die EU die freie Fahrt für Lkw höher bewertet als die Gesundheit der Bevölkerung. "Der freie Warenverkehr ist auch garantiert, wenn die Güter auf der Bahn transportiert werden. Die EU ist gefordert, ihre eigenen Beschlüsse für mehr Klimaschutz ernst zu nehmen. Die Klimaziele erreichen wir nur, wenn mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Markus Gassler, Kronen Zeitung

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