Sa, 21. Oktober 2017

Nach dreister Lüge

24.03.2017 07:17

Mann von Polizei als Dieb und Sextäter entlarvt

Durch eine Lüge - er sei von einem Pfandleiher mit einer Pistole und einem Messer bedroht worden - hat am Mittwoch im steirischen Leoben ein 50-Jähriger einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Doch dieser "Schuss" ging sprichwörtlich nach hinten los: Der Niederösterreicher wurde als mehrfacher Ladendieb entlarvt. Und dann erkannte eine 16-Jährige in ihm jenen Mann, der sie begrapscht hatte.

Der Arbeitslose - er besitzt kein Handy - rief um 10.30 Uhr von einer Trafik in der Waasenstraße aus aufgeregt die Polizei an. Der Betreiber einer Pfandleihe habe ihm eine Pistole gegen die Schläfe gedrückt, ihm ein Messer an den Hals gehalten und, als er aus dem Geschäft flüchten wollte, seinen Kopf in der Tür eingeklemmt.

Zehn Polizisten stürmen Geschäft
"Zehn Polizisten, alle hatten Schutzwesten an, sind mit gezogenen Waffen ins Geschäft eingedrungen", berichtet ein erhebender Beamter. "Der Besitzer musste sich auf den Boden legen." Der 28-jährige Betreiber der Pfandleihe beteuerte, nicht einmal ein Jausenmesser zu besitzen. Und er sagte die Wahrheit. Zudem bewies die Videoaufzeichnung, dass der Anzeiger gelogen hatte. Das gab er dann auch zu. Er habe das Horrorszenario erfunden, weil ihm der Pfandleiher sieben originalverpackte USB-Sticks nicht abkaufen wollte.

Pfandleiher ahnte, dass Sticks gestohlen waren
Der Steirer wollte die Ware nicht kaufen, weil er befürchtete, dass sie gestohlen worden war. Er sollte Recht behalten. Im Spital, wo sich der 50-Jährige - völlig gesund - "behandeln" ließ, stellte die Polizei weiteres Diebesgut sicher. Die Anzeige erfolgte auf freiem Fuß, und damit durfte der Niederösterreicher mittags gehen.

16-Jährige erkannte Peiniger wieder
Am Nachmittag kam er dann erneut mit dem Gesetz in Konflikt, weil er im Einkaufszentrum zehn Diebstähle verübte. Eine 16 Jahre alte Angestellte war dabei, als der Verdächtige festgenommen wurde, und erkannte den Mann zweifelsfrei wieder. Er war es gewesen, der sie im Regionalzug von St. Michael nach Leoben am Oberschenkel berührt und später am Po begrapscht hatte.

Manfred Niederl, Kronen Zeitung

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