Sa, 18. November 2017

Kein Technik-Defekt

29.01.2017 13:02

Inferno brach in Wohnung von Tirolerin (84) aus

Eine Tote (84), eine junge Frau, die wegen schwerer Verbrennungen in Lebensgefahr schwebt, und vier weitere Verletzte - das ist die traurige Bilanz jenes Brandes, der am Samstag im Pembaur-Studentenheim in Innsbruck gewütet hat. Mittlerweile steht fest: Das Feuer brach in der Küche jener Wohnung aus, in der die Pensionistin gelebt hatte. Möglicherweise hatte sie mit offenem Feuer hantiert. "Einen Technik-Defekt schließen wir aus", so der Chefermittler.

Acht Wohnungen mit 24 Zimmern werden von der Studentenverbindung "Universitätssängerschaft Skalden" im Josef-Pembaur-Heim in der Defreggerstraße 32 vermietet. In dem Gebäude leben aber auch andere Mieter. So wie jene 84-Jährige, in deren Wohnung - wie berichtet - am Samstag kurz nach 11 Uhr der Brand ausbrach. "Ich hatte Nachtdienst und schlief noch. Mein Kollege weckte mich. Als ich aus dem Fenster sah, waren die Balkone ein Flammenmeer. Wir konnten flüchten, weil wir unser Zimmer in einem Nebengebäude haben", schildert Student Kristof (24).

Feuer breitete sich rasend schnell aus
Das Feuer breitete sich laut Polizei "sehr intensiv" zunächst über die ganze Wohnung bis in das Stiegenhaus aus. Über eine Holzveranda erreichte der Brand schließlich die Außenseite des Hauses und somit auch die höher liegenden Etagen.

Die Feuerwehr war rasch vor Ort. "Die Wohnung der Pensionistin stand in Vollbrand, auch die Holzbalkone im Innenhof und Teile des Stiegenhauses. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus", beschreibt Marcus Wimmer, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Innsbruck, das Bild, das sich den mehr als 50 Feuerwehrleuten bot. Die Tote fanden die Einsatzkräfte im Vorraum ihrer Wohnung. Für die Pensionistin kam jede Hilfe zu spät.

Junge Frau lag schwerst verletzt im Stiegenhaus
Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, wie viele Menschen sich im Gebäude befanden. So wie Kristof gelang einigen Studenten die Flucht ins Freie. Eine junge Frau schaffte das nicht. Sie erlitt schwerste Verbrennungen, lag im Stiegenhaus. Sie wurde am Samstag in die Innsbrucker Klinik eingeliefert und wird dort intensivmedizinisch betreut. Ihre Identität ist noch nicht geklärt.

Andere Bewohner hatten mehr Glück. Wimmer: "Fünf Personen konnten wir übers Stiegenhaus evakuieren, einen Mann mithilfe einer Drehleiter." Vier Männer (22 bis 28 Jahre) wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in die Klinik gebracht.

Die Brandermittlungen laufen
Möglicherweise habe die 84-Jährige mit offenen Feuer hantiert, so eine erste Einschätzung der Ermittler. Das Feuer hatte offenbar im Bereich des Esstisches bzw. der Eckbank in der Küche seinen Anfang genommen. Aufgrund der massiven Zerstörungen kann man das aber nur vermuten. Allerdings: "Einen technischen Defekt schließen wir aus. Möglich, dass eine Kerze oder Zigarette die Ursache war", sagt Chefinspektor Markus Hammerl.

Dem Spurenbild zufolge gebe es auch keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden. Die Wohnungstüre sei versperrt gewesen. Die Innsbrucker Baupolizei untersagte das Betreten des schwer in Mitleidenschaft gezogenen Hauses. Die Wohnung der 84-Jährigen bleibt zudem bis zum Abschluss der Obduktion der verstorbenen Frau versiegelt.

Anrainer festgenommen
Am Rande des Feuerdramas kam es auch noch zu einer Festnahme: Ein Anrainer (53) provozierte während des Einsatzes lautstark die anwesenden Feuerwehrleute. Als er sich gegenüber der Polizei weigerte, seine Identität bekannt zu geben, wurde er vorübergehend festgenommen. Dabei ging er auf zwei Beamte los, die leicht verletzt wurden. Der Mann wurde angezeigt.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung/krone.at

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