Di, 21. November 2017

Keine Akkreditierung

13.01.2017 10:09

Treff von Le Pen, Petry & Co.: Medien unerwünscht

Medien müssen leider draußen: Beim bevorstehenden Treffen der rechtspopulistischen ENF-Fraktion des Europaparlaments in Koblenz wollen die Veranstalter ihnen nicht genehme Berichterstatter ausschließen, darunter "öffentliche-rechtliche Medien" und "Spiegel"-Journalisten. Die Chefredakteure der ARD und der Deutsche Journalisten-Verband protestierten gegen den Ausschluss.

Alle "öffentlich-rechtlichen Medien", das "Handelsblatt", das "Compact-Magazin" sowie zwei Journalisten von "Spiegel" und "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" erhalten keine Akkreditierung, bestätigte der Mitorganisator der Veranstaltung, Marcus Pretzell, am Donnerstag der DPA.

Zu dem Treffen mit rund 1000 Teilnehmern am 21. Jänner in Koblenz werden unter anderem AfD-Chefin Frauke Petry, die Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen französischen Partei Front National, Marine Le Pen (Bild unten), und Geert Wilders von der niederländischen Partei PVV erwartet. Auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky steht auf der Teilnehmerliste.

Pretzell erklärte: "Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben eine derart gefärbte Berichterstattung, dass sie neben 'Compact' und 'Handelsblatt' gerne auch ohne unmittelbaren Eindruck ihre Drehbücher abarbeiten dürfen." Die beiden anderen Journalisten hätten sich mit ihrer Arbeit diskreditiert. Neben den Reden unter anderem von Le Pen, Wilders und Petry auf dem Kongress ist in Koblenz auch eine Pressekonferenz geplant. "Pressekonferenzen sind für alle Journalisten zugänglich", erklärte Pretzell dazu.

"Massiver Eingriff in Freiheit der Berichterstattung"
Die ARD-Chefredakteure sprachen von einem "massiven Eingriff in die Freiheit der Berichterstattung". "Den Schaden hat damit unser Publikum, das wir nicht über das Treffen rechtspopulistischer Parteien in Europa informieren können. Diese Zusammenkunft ist für den künftigen politischen Kurs dieser Strömungen von großer Bedeutung." Die ARD fügte hinzu: "Wir behalten uns vor, rechtlich gegen den angekündigten Ausschluss von der Berichterstattung vorzugehen."

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