Sa, 21. April 2018

12.10.2006 16:20

Als Ausländer besser dran...

Das freie Wort

Ich bin 43 Jahre alt und habe in meinem Leben immer gearbeitet. Insgesamt 28 Jahre, davon 20 Jahre zum Großteil Schichtarbeit in der Fabrik. 28 Jahre habe ich meine Pflicht erfüllt und meine Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt. Nun musste ich aus gesundheitlichen Gründen die Arbeit in der Fabrik aufgeben und mich arbeitslos melden.


Nach einem Jahr habe ich um Notstandshilfe angesucht, diese wurde mir auch gewährt, und zwar in der Höhe von 0,13 Cent am Tag. Das ist eine Summe von vier Euro im Monat, aber ich war wenigstens krankenversichert. Als Begründung für die Höhe der Notstandshilfe wurde das Einkommen meines Mannes herangezogen. Sein Gehalt beträgt nach 30 Jahren als Facharbeiter bei Philips 1249,- Euro. Wobei anzumerken ist, dass mein Mann bereits die Kündigung erhalten hat, weil die Produktion der Firma Philips in Klagenfurt eingestellt wird.


So viel zum Thema Normalverdiener in Österreich hätten ein Einkommen zwischen 2000,- und 3000,- Euro im Monat. (Aussage unseres lieben Noch-Bundeskanzlers Herrn Schüssel in der Elefantenrunde im ORF.)


Ich habe dann eine befristete Stelle angenommen, um unser Haushaltsgeld etwas aufzubessern. Nach drei Monaten war die Befristung abgelaufen, und ich musste abermals beim AMS Notstandshilfe beantragen.


Nach Einbringung sämtlicher Unterlagen und erneuter Antragstellung wurde mir nun mitgeteilt, dass ich keinen Anspruch auf Notstandshilfe habe und somit auch nicht mehr krankenversichert bin.


Dafür habe ich 28 Jahre harte Arbeit geleistet und meine Steuern bezahlt.


Manchmal wünscht man sich, als Ausländer in Österreich zu leben, denn dann bekommt man sämtliche soziale Leistungen wie Notstandshilfe, Krankenversicherung, Penionsversicherung usw., auch ohne dass man jemals einen einzigen Cent dafür bezahlt hat, geschweige denn einen einzigen Monat hier in Österreich gearbeitet hat.




Eveline Rinnerberger, Klagenfurt
erschienen am Fr, 13.10.

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