Do, 23. November 2017

Experte besorgt

23.10.2016 19:00

Stirbt das Wiener Wirtshaus jetzt wirklich aus?

Registrierkassenpflicht, Rauchverbot, unzählige Auflagen, Bürokratie - immer mehr Wirte hauen den Hut drauf. "Die Situation ist besorgniserregend", fasst Peter Dobcak, Gastro-Chef in der Wiener Wirtschaftskammer, die aktuellen Zahlen zusammen: Seit Jahresbeginn haben 77 Wirtshäuser in der Hauptstadt zugesperrt.

"Besonders im Bereich der gutbürgerlichen Küche gibt es einen dramatischen Rückgang", erklärt Dobcak. Die Gründe liegen für den Spartenobmann auf der Hand: "Registrierkassenpflicht, Allergenverordnung, Bürokratie und unzählige Schikanen." Außerdem das jahrelange Hin und Her beim Rauchverbot.

"Bürokratie hat sich von Politik abgekoppelt"
"Unserer Erfahrung nach hat sich die Bürokratie längst von der Politik abgekoppelt und verselbstständigt", kritisiert Dobcak. Er nennt zwei Beispiele: "Im 5. Bezirk wollte ein Wirt die Fassade neu streichen lassen. Weil eine Lokalhälfte aber in einer Schutzzone liegt, hätte er diese Wand nicht streichen dürfen." In einem anderen Fall investierte ein Betreiber viel Geld und baute eine neue Lüftung ein. "Weil er dafür keine Genehmigung bekam, mussten Nachbarn wochenlang ein 'Geruchsprotokoll' führen."

Den Kampf gegen die Bürokratie hat das Gasthaus Zum Wohl (6. Bezirk) aufgeben. Das Lokal schließt mit 29. Oktober. Grund: Behördenschikanen. "Wenn man glaubt, man hat alles durch, lassen die sich was Neues einfallen", heißt es auf der Facebookseite des Lokals.

Positiv entwickeln sich laut Dobcak hingegen die Zahlen der Restaurants und des freien Gewerbes.

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