Sa, 18. November 2017

Lage „inakzeptabel“

17.10.2016 09:09

Monatelange Warteliste für Entbindungen in Wien

Immer mehr Geburten, doch gleichzeitig schwinden die Spitalsplätze für Entbindungen - so drastisch stellt sich derzeit die Lage in Wien dar. Denn: Das Hanusch-Krankenhaus, das bisher rund 900 Geburten pro Jahr verzeichnete, schließt nun seine Entbindungsstation. Dabei gibt es schon jetzt teils monatelange Wartelisten. Das sei völlig "inakzeptabel", sagt Patientenanwältin Sigrid Pilz.

Ein Bett in einem Krankenhaus für die Entbindung zu finden, ist in Wien schon jetzt eine Herausforderung. Mit dem Ausbau der Krebsstation im Hanusch-Krankenhaus fallen nun erneut Ressourcen weg. Zudem gibt es in ganz Wien nur 17 Kassen-Hebammen, was auch die Nachsorge zu Hause verkompliziert.

Pilz fordert zentrale Infostelle
"Es kann nicht sein, dass die Frauen buchstäblich auf Herbergssuche gehen. Das heißt, sich durch die Häuser telefonieren und fragen, ob man ein Bett bekommt", wetterte Pilz am Montag im ORF-Radio. Die Krankenhäuser, die Geburten abwickeln, sollten ihrer Meinung nach zusammenarbeiten - das schließt dann Häuser des Krankenanstaltenverbundes ebenso mit ein wie "privat-gemeinnützige, insbesondere das St. Josef-Spital". Außerdem sei die Schaffung einer zentralen Anlauf- und Informationsstelle nötig, dort sollen sich Schwangere über freie Plätze, Wartezeiten etc. informieren können.

Rund 20.000 Geburten im Jahr 2015
Seitens der Stadt geht man derzeit noch davon aus, dass der drohende Wegfall der Hanusch-Geburtenstation durch andere Krankenhäuser abgefedert werden kann. Doch der Bedarf ist jetzt schon enorm: Alleine im Vorjahr wurden gut 20.000 Geburten registriert, und der Platzbedarf dafür wächst kontinuierlich an.

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