Do, 14. Dezember 2017

"Suizidgefährdet"

10.10.2016 15:58

Nach Doppelmord: U-Haft über Polizist verhängt

Im Wiener Straflandesgericht ist am Montag über den Polizisten Daniel L. die U-Haft verhängt worden. Der Mann steht im Verdacht, im Bezirk Margareten seine 25-jährige Freundin Claudia K. mit seiner Dienstwaffe erschossen und im Anschluss den gemeinsamen 21 Monate alten Sohn erwürgt zu haben. Der 23-Jährige sitzt in der Justizanstalt Josefstadt in einer Mehrpersonenzelle.

"Man kann davon ausgehen, dass der junge Mann nach dem Tötungsdelikt selbstmordgefährdet ist", sagte der stellvertretende Anstaltsleiter Peter Hofkirchner. Deswegen wurde der Polizist in der ersten Nacht mit einem speziell geschulten Insassen - einem sogenannten Listener - in eine Zelle verlegt, mit dem er sich aussprechen konnte. In weiterer Folge will die Justizanstalt dafür Sorge tragen, dass der 23-Jährige "passende" Zellengenossen erhält, mit denen ein dauerhaftes Auskommen gewährleistet ist.

Keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen
Besondere Sicherheitsvorkehrungen für den Polizisten, der im Gefängnis mit Straftätern auf engstem Raum konfrontiert ist, hält Oberst Hofkirchner vorerst für nicht erforderlich: "Der Beamte hat sicher noch nicht viele festgenommen und bisher mit kriminellen Elementen nichts zu tun gehabt." Daher sei nicht davon auszugehen, dass seine Inhaftierung aus früheren Amtshandlungen resultierende Revanchegelüste oder Rachegedanken auslösen wird. Der 23-Jährige war erst im vergangenen Jänner in den Polizeidienst übernommen worden.

Dem stellvertretenden Anstaltsleiter ist allerdings bewusst, dass im Gefängnis die Tötung des kleinen Buben "bei Familienvätern Emotionen auslösen könnte". Daher will Hofkirchner den Fokus darauf richten, "dass die körperliche Integrität des Mannes gewahrt bleibt".

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