Do, 23. November 2017

Sanierung

05.10.2016 11:12

Flughafen fünf Wochen lang gesperrt

Seit 1960 ist die Landebahn 15/33 in Salzburg-Maxglan ununterbrochen in Betrieb und am Ende ihrer Lebensdauer angelangt: 2019 wird sie erneuert, eine Sanierung bei laufendem Betrieb ist aber nicht möglich: Der Flughafen legte nun die Details offen, damit sich Passagiere und Airlines besser darauf einstellen können.

Flughafen-Direktor Roland Hermann und sein Stellvertreter Rudolf Lipold haben bereits Arbeitsgruppen eingerichtet: "Früher waren es 100.000 bis 200.000 Euro pro Jahr, die wir in die Sanierung stecken mussten. Mittlerweile sind wir bei einer halben Million jährlich. Wir haben mehrere Varianten geprüft, aber auch den Fluggesellschaften ist die Totalsperre lieber, weil sie bei nächtlichen Arbeiten ein Ausfallrisiko bei den Flügen haben", erklären die beiden. Eine rein nächtliche Sanierung, bei der untertags die Piste wieder landetauglich gemacht werden muss, würde 240 Tage dauern und viel mehr Lärm bedeuten.

Voraussichtlich vom 24. April bis zum 28. Mai 2019 (zwischen Ostern und Pfingsten) soll der Flughafen nun komplett gesperrt werden: Rund 600 Landungen fallen dafür flach, den Verdienstentgang beziffert Hermann auf rund vier Millionen Euro, die Komplettsperre reduziert die Baukosten aber bis zu 25 Prozent. Dafür wird die neue Piste rund 35 Jahre halten, statt Beton kommt Asphalt zum Einsatz, der sich einfacher erneuern lässt: "Wir finanzieren das Projekt aus Eigenmitteln und über Darlehen. Die öffentliche Hand und die Eigentümer Stadt und Land werden nichts dazu zahlen müssen", ergänzt Hermann. Der Airport bleibt geöffnet und wird unter anderem mit den Airlines Shuttles zu den nächsten Flughäfen abwickeln. Als Ausweichziele kommen München, Linz, Klagenfurt, Innsbruck und Wien in Frage.

Absage an Freilassing: Keine Drehung der Landebahn
Der Sanierungsplan ist indessen ambitioniert: Die Piste ist 2,75 Kilometer (plus 100 Meter Stoppfläche) lang und 60 Meter breit, das sind rund 20 Fußballfelder. 90.000 Tonnen Asphalt sind notwendig, "dazu kommt die Erneuerung, Ergänzung und Wartung der Navigations- und Flugsicherungsanlagen sowie der Landesysteme", sagt Lipold. Die lärmintensiven Arbeiten sind so kürzer und finden hauptsächlich am Tag statt. Die Betonpiste wird mit so genannten Fallbeilen in ihre Einzelteile zerlegt, der Schutt aber nicht abtransportiert, sondern als Unterbau verwendet und mit einer 30 Zentimeter, leicht auf beiden Seiten abgeschrägten Asphaltschicht überbaut. Neu ist: Zusammen mit der Universität für Bodenkultur arbeitet der Flughafen daran, die belasteten Oberflächenwässer der Piste biologisch zu reinigen und dann erst in den Kanal abfließen zu lassen. Eine Absage gibt es erneut an die Wünsche aus Freilassing, die Landebahn leicht zu drehen. Angrenzende Siedlungen müssten so wegen des Sicherheitsstreifens geschleift werden.

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