Di, 21. November 2017

De Maiziere fordert:

20.09.2016 15:04

„Muslime, beteiligt euch an der Integration!“

Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere hat in Deutschland lebende Muslime aufgerufen, sich stärker für die Integration von Flüchtlingen zu engagieren. Ausdrücklich bezog sich de Maiziere nur auf Flüchtlinge mit Bleibeperspektive. Integration könne nur gelingen, wenn klar sei, auf wen sie sich beziehe. "Menschen ohne Bleibeperspektive müssen unser Land wieder verlassen", sagte er am Dienstag in einer Grundsatzrede in Berlin.

Viele muslimische Verbände würden sich laut dem CDU-Politiker für die Integration zwar mitverantwortlich fühlen, "aber noch nicht genug". Viele würden sich noch immer in ihrer eigenen Gemeinschaft aufhalten. Das Ziel müsse sein, dass sich die Menschen für die Gesellschaft verantwortlich und sich zugehörig fühlen.

"Integration funktioniert ohne Neugier nicht"
Außerdem werde Integration "ohne Neugier, Realismus und Geduld" nicht funktionieren, sagte de Maiziere. Aus den Träumen von einem besseren Leben oder Schilderungen etwa von Schleppern könnten sich keine Ansprüche oder Selbstverständlichkeiten ableiten. Es gehöre zudem zu einer realistischen Einschätzung, dass nicht jeder gleich gut zurechtkommen werde. "Nicht jeder Migrant, der eine Arbeitsstelle hat, etwas Deutsch spricht und nicht straffällig ist, ist automatisch auch gut integriert."

Zudem müssten die Migranten Helfern, Organisationen und der Verwaltung etwas Zeit geben, damit jedem angemessen geholfen werden könne. "Es ist nicht zu viel verlangt, dass man auch mal vier Monate auf einen Kursplatz wartet."

Der CDU-Minister mahnte zugleich: "Wir können bei der Integration nicht alle Ausprägungen anderer Kulturen tolerieren." Verletzungen der Ehre könnten in Deutschland niemals eine Rechtfertigung von Gewalt sein. Ehen von Minderjährigen dürften in der Bundesrepublik nicht akzeptiert werden. "Wenn ein Mann von einer Frau kein Essen annehmen möchte, dann bekommt er eben kein Essen", so de Maiziere.

Er rief in der Debatte zudem zu einer Mäßigung in der Wortwahl auf. Trotz großer Anstrengungen und guter Dinge, die bei der Aufnahme von Flüchtlingen erreicht worden seien, kämen viele mit dem "rhetorischen Dampfhammer". Wenn etwa von "Staatsversagen" gesprochen werde, müsse man dies als Übertreibung zurückweisen.

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