Sa, 24. Februar 2018

Finde den Abfluss!

07.08.2016 09:00

"ABZU": Beeindruckend schönes Tauch-Abenteuer

Mit "Journey" hat thatgamecompany vor vier Jahren auf der PS3 bewiesen, dass Spiele nicht nur mit Action, Blut und Beuschel, sondern auch mit geheimnisvoller Atmosphäre, künstlerischer Inszenierung und meditativen Klängen fesseln können. Einige der "Journey"-Entwickler haben sich mit ihrem neuen Studio Giant Squid nun an einem inoffiziellen Nachfolger versucht: "ABZU", einer Art Taucher-"Journey". Wie es sich anfühlt, hat krone.at getestet.

Wie schon bei "Journey" - den Test zum Wellness-Spiel in der Wüste finden Sie hier - ist auch beim Unterwasser-Abenteuer "ABZU" von Giant Squid der Weg das Ziel. Soll heißen: Statt den Spieler an der Hand zu nehmen und ihn durch eine durchgestylte und hollywoodreif inszenierte Handlung zu führen, lässt "ABZU" ihn selbst die Geheimnisse der linearen Spielwelt entdecken.

Kurz, intensiv - und wunderschön
Das Spiel schickt den Spieler auf eine kurze, aber intensive Reise durchs Meer. Es lässt ihn versunkene Ruinen erkunden, Rätsel lösen, Meerestiere reiten, Strömungen ausnutzen, hetzt ihm hie und da Räuber auf den Hals, konfrontiert ihn mit mysteriösen Maschinen und versetzt ihn in beeindruckende Unterwasserlandschaften.

Die bieten mit sanft in der Strömung wogenden grünen Tangwäldern, bunten Riffen, finsteren Höhlen sowie den tiefblauen Weiten des offenen Ozeans optisch enorm viel Abwechslung und erfreuen sogar mit realistischer Fauna wie Seekühen, Orcas, Buckelwalen, Mantas und Haien. Sogar lebensecht animierte Fischschwärme darf man bewundern. Die Unterwasserwelten ließen im Test für unseren Geschmack allerdings auch etwas Interaktivität missen.

U-Boot-Lakaien und reitbare Meerestiere
Nicht falsch verstehen: Mit in den Levels versteckten hilfreichen U-Boot-Lakaien, zu befreienden Fischen, reitbarem Meeresgetier und der omnipräsenten Suche nach dem nächsten Abfluss, der den namenlosen Taucher in den nächsten Level bringt, gibt es in "ABZU" durchaus einiges zu entdecken.

Ein bisschen mehr Abwechslung - mehr Rätsel, mehr Info-Häppchen über Geschichte und Schicksal der in imposanten Bildern dargebotenen Unterwasserwelt - hätte aber trotzdem nicht geschadet. Und auch etwas mehr Interaktion mit den prächtigen Meeresbewohnern hätte dem Spiel gut getan.

"ABZU" fesselt vor allem optisch und akustisch
So kommt es, dass die vergleichsweise kurze Reise durch "ABZU" vor allem optisch und akustisch in Erinnerung bleibt - ganz ähnlich wie seinerzeit bei "Journey". Dass das Gameplay aufs Nötigste reduziert ist, trübt den Spielspaß nur unwesentlich.

Das Wechselspiel schneller und langsamer Passagen, das den Spieler von reißenden Strömungen in ruhige Riffe und mysteriöse Ruinen führt, trägt gemeinsam mit dem stets passenden Soundtrack enorm zur Atmosphäre von "ABZU" bei.

Und die schiere Pracht der von der Unreal Engine 4 in Szene gesetzten und mit hübschen Licht- und Reflexionseffekten versehenen Wasserwelt tut ihr Übriges, damit "ABZU" den Spieler trotzdem in seinen Bann zieht.

Steuerung per Controller klappt besser
Noch ein Wort zur Steuerung: Sie gibt sich minimalistisch und ist schnell erlernt, richtet sich allerdings vor allem an Controller-Spieler - selbst am PC. Mit Maus und Tastatur wird man mit "ABZU" nicht glücklich. Gelegentlich kam es in der getesteten PC-Version zudem zu kleineren Problemen mit der automatischen Kameraführung, die manuelles Nachjustieren nötig machten.

Fazit: Auch, wenn es spielerisch mehr Vielfalt bieten könnte: Für 20 Euro ist "ABZU" allein schon durch seine Spielwelt, die im Grunde als digitales Kunstwerk durchgehen muss, ein Hochgenuss. Die stets passende musikalische Untermalung, das Wechselspiel zwischen flotten und langsamen Passagen, bunten und kargen Gegenden sowie das pulsierende Leben, das den Spieler umgibt, erzeugen eine ungemein dichte Atmosphäre, in der man sich gern für einige Stunden verliert.

Plattform: PC (getestet), PS4
Publisher: 505 Games
krone.at-Wertung: 8/10

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