Fr, 15. Dezember 2017

Migranten ausgeladen

04.07.2016 19:59

Fackeltanz: Drei Syrer dürfen nicht mitmachen

Der Fackeltanz rund um den Residenzbrunnen - ur-salzburgerische Tradition und jedes Jahr stimmungsvoller Festspielauftakt! Für Volkstänzer ist es eine große Ehre, Teil davon zu sein. Jetzt polarisiert eine Entscheidung: Drei Syrer dürfen nicht mitmachen. Integration auf dieser "Bühne" müsse vorbereitet sein, heißt es.

92 Tanzpaare werden am 22. Juli ihre traditionellen Figuren zum Festspielstart in die Nacht zeichnen: Tänzer aus verschiedenen Salzburger Regionen sind dabei. 2010 öffneten die Veranstalter von "Jung Alpenland" den Tanz auch für einen kroatischen Verein, letztes Jahr kamen Serben dazu. Syrische Flüchtlinge sind jetzt aber nicht willkommen. Wer allzu rasch ein scharfes Urteil fällt, sollte den Hergang kennen: "Es war ein Alleingang, von dem weder wir, noch die Stadt etwas gewusst haben", kritisiert Tanzleiter Alexander Wieland von "Jung Alpenland". Bei der ersten Probe standen die Syrer plötzlich da, heißt es. Wolfram Weber, ARGE-Volkstanz-Obmann, Jung Alpenland-Urgestein und selbst einmal Leiter beim Fackeltanz, soll sie ohne Absprache eingeladen haben. Es sei auch nicht üblich, einzelne Tänzer zu integrieren. Die Flüchtlinge hätten außerdem ihre Nationalfahne immer dabei, was gerade auf so einer bedeutenden Bühne für Unmut sorgt.

Die Fackeltanz-Paare sind alle über Vereine aktiv ins Volkskulturgeschehen eingebunden. Eine Teilnahme müsse wachsen, meint auch Bürgermeister Heinz Schaden. Und Walli Ablinger, die Obfrau der Heimatvereine ergänzt: "Man muss so eine Teilnahme besser vorbereiten." Ihr Wunsch für alle Vereine: "Mehr Gleichberechtigung, auch keine Bevorzugung von Migranten." Die Grünen lehnen die Entscheidung ab: "Es widerspricht den Intentionen der Volkskultur, die sich seit Jahren um ein positives Miteinander bemüht", so Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn.

78 Programmpunkte an 30 Spielorten
Das Fest zur Festspieleröffnung (22. und 23. Juli) dauert heuer wieder eineinhalb Tage: "Besonders viel spielt sich in den Kirchen ab", verrät Renate Bienert, schon zum elften Mal Programmchefin. Ein Auszug: Festspielkünstler wie Nicholas Ofczarek oder Dieter Dorn im Gespräch über Becketts "Endspiel": Landestheater, Samstag, 18 Uhr. "Tod" Peter Lohmeyer liest auf der Edmundsburg (Sa, 16 Uhr). Poetry Slam zu "Wir sind der Stoff, aus dem die Träume sind" (Sa, 20 Uhr). Verschiedene Bands am Mozartplatz und an der Sigmund-Haffner-Gasse.

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