Mo, 20. November 2017

Euro-Rettungsfonds

21.06.2016 13:29

Neues Hilfspaket: Griechenland erhält 7,5 Mrd. €

Griechenlands internationale Gläubiger haben die lang ersehnte nächste Finanztranche für das finanziell angeschlagene Land freigegeben. Athen werde noch am Dienstag Hilfsgelder in Höhe von 7,5 Milliarden Euro erhalten, kündigten der Direktor des europäischen Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, und EU-Kommissionpräsident Jean-Claude Juncker unabhängig voneinander während ihrer Besuche in Athen an.

Nach Angaben Reglings sollen 5,7 Milliarden Euro zur Begleichung der griechischen Schulden bei Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank genutzt werden. Die restlichen 1,8 Milliarden sollen eingesetzt werden, um inländische Zahlungsverpflichtungen zu begleichen, etwa gegenüber Firmen mit Staatsaufträgen. Damit soll auch der griechischen Wirtschaft ein Schub verliehen werden.

Athen und seine Euro-Partner hatten sich im vergangenen Juli auf ein drittes Hilfspaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro verständigt, um Griechenland vor der Pleite und dem Euro-Aus zu bewahren. Seit Ende des Vorjahres gab es aber keine Auszahlungen mehr, weil die griechische Regierung bei zugesagten Reformen im Steuer- und Rentenbereich im Verzug war.

Juncker: "Griechenland ist über den Berg"
"Griechenland ist über den Berg", sagte Juncker im griechischen Fernsehen. Er forderte, dass die anderen EU-Länder sich solidarisch mit Griechenland zeigten, damit das Land mit der Flüchtlingskrise fertigwird. "Ich möchte, dass alle Staaten die Umsiedlung der Flüchtlinge aus Griechenland beschleunigen", sagte Juncker.

Weitere 2,8 Milliarden Euro ab September
Inzwischen hat Athen einen Großteil der geforderten Reformen umgesetzt. Weitere 2,8 Milliarden Euro können ab September ausgezahlt werden, wenn die Regierung eine Reihe von weiteren festgelegten Bedingungen erfüllt. Juncker bestätigte der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras, "auf einem guten Weg" zu sein.

Die griechische Regierung unter dem linksgerichteten Premier Tsipras hatte in den vergangenen Wochen und Monaten trotz heftiger Proteste der Opposition Pensionskürzungen und eine Einkommenssteuerreform durch das Parlament gebracht - und damit die Basis für weitere Milliardenhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM gelegt.

Schuldenerleichterungen im großen Stil soll es erst geben, wenn das Hilfsprogramm 2018 erfolgreich abgeschlossen ist. So sollen bisher noch blockierte milliardenschwere Gewinne der EZB und der nationalen Notenbanken aus griechischen Staatsanleihen eingesetzt werden. Ungenutzte Gelder aus dem Hilfsprogramm von etwa 20 Milliarden Euro sollen zudem dazu genutzt werden, vergleichsweise teure Griechenland-Kredite vorzeitig abzulösen und damit Kosten zu sparen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden