Sa, 18. November 2017

Vier Festnahmen

07.06.2016 13:06

Türkei: Elf Tote bei Anschlag auf Polizeibus

Bei einem Bombenanschlag auf einen Polizeibus im Zentrum der türkischen Metropole Istanbul sind am Dienstag den Behörden zufolge elf Menschen getötet und mindestens 36 verletzt worden. Laut der Nachrichtenagentur DHA hat die Polizei mittlerweile vier Verdächtige festgenommen. Das Attentat, zu dem sich noch niemand bekannte, ereignete sich im auch bei Touristen beliebten Stadtteil Vezneciler. Das österreichische Außenministerium mahnt erhöhte Vorsicht bei Reisen in die Türkei ein.

Im morgendlichen Berufsverkehr mitten im dicht bewohnten Altstadtbezirk Vezneciler explodierte die Autobombe nahe einer Bushaltestelle. Medienberichten zufolge hatte der Polizeibus die Station gerade verlassen wollen, als sich die Detonation ereignete.

Bei den Toten handle es sich um sieben Polizisten und vier Zivilisten, sagte der Istanbuler Gouverneur Vasip Sahin am Anschlagsort. Dutzende Menschen wurden verletzt. Ob es sich bei dem Anschlag um ein Selbstmordattentat handelte, ist noch unklar. Nach Informationen von CNN Türk wurde die in einem parkenden Auto installierte Bombe per Fernsteuerung gezündet, als der Polizeibus vorbeifuhr. Dafür gibt es allerdings noch keine offizielle Bestätigung.

Schüsse nach Explosion?
CNN berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, dass kurz nach der Explosion auch Schüsse zu hören waren. Die Detonation war so heftig, dass auch umliegende Gebäude schwer beschädigt wurden. Anrainer wurden zur Sicherheit evakuiert.

Nachrichtensperre verhängt
Ein Gericht in Istanbul hat am Vormittag eine eingeschränkte Nachrichtensperre über den Anschlag erlassen. Grund sei unter anderem "der Schutz der nationalen Sicherheit und der öffentlichen Ordnung", teilte die Rundfunkbehörde RTÜK mit. Die Anordnung betrifft nicht offizielle Verlautbarungen. Nachrichtensperren nach schweren Anschlägen sind in der Türkei nicht unüblich.

Anschlag nahe berühmten Sehenswürdigkeiten
Der Anschlagsort liegt weniger als einen Kilometer Luftlinie vom Großen Basar und etwa eineinhalb Kilometer von der weltberühmten Blauen Moschee entfernt. Vor der Blauen Moschee hatte im Jänner ein Selbstmordattentäter zwölf Touristen mit in den Tod gerissen. Für diesen und einen weiteren Anschlag in Istanbul im März machte die Regierung die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat verantwortlich.

Erdogan beschuldigt PKK
Sicherheitskräfte werden allerdings regelmäßig zum Ziel von Anschlägen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK oder einer ihrer Splittergruppen, der TAK. Auch die linksterroristische DHKP-C verübt immer wieder Anschläge. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan machte auch prompt die PKK für das Attentat vom Dienstag verantwortlich: Es sei "nichts Neues", dass "die Terrororganisation" ihre Anschläge in großen Städten verübe, sagte er nach einem Besuch von Verletzten der Attacke in einem Krankenhaus in Istanbul.

Außenministerium: Erhöhtes Sicherheitsrisiko in der Türkei
Aufgrund der sich zuletzt häufenden Attentate mahnt das österreichische Außenministerium Reisende zu erhöhter Vorsicht in der Türkei. Während für Gebiete nahe der syrischen Grenze eine partielle Reisewarnung bestehe, gebe es ein hohes Sicherheitsrisiko im Osten und Südosten. Für den Rest des Landes gelte ein erhöhtes Sicherheitsrisiko.

Wie es auf der Homepage des Ministeriums weiter heißt, wird dringend empfohlen, stark frequentierte Plätze wie Einkaufszentren, Konzerte, kulturelle, religiöse und sportliche Großveranstaltungen, religiöse Stätten und touristische Sehenswürdigkeiten sowie Staats- und Regierungsgebäude und militärische Einrichtungen möglichst zu meiden.

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