Sa, 18. November 2017

Illegaler Deal?

13.04.2016 16:30

Söldner-Krimi: Weitere Spur zu stadtnaher Stiftung

"Wir sind an voller Transparenz interessiert", sind Wiener Stadtregierungsmitglieder um Schadensbegrenzung im aktuellen Söldner-Krimi bemüht. Wie berichtet, war die stadteigene Wirtschaftsagentur über die Firma Athena an einem Kampfflugzeug-Projekt beteiligt. Jetzt führt eine weitere Spur zur stadtnahen AVZ-Stiftung.

Zivile wendige Propellerflugzeuge vom Typ "Thrush 510" aus Wiener Neustadt sollten in gepanzerte Kampfmaschinen, die Bomben abwerfen können, umgebaut werden. Angeblich habe Erik Prince, Gründer der berüchtigten Blackwater-Söldnertruppe, dieses Projekt mit der Firma Airborne Technologies initiiert. Wie berichtet, flog der Plan jetzt auf, und damit auch die Beteiligung der Wirtschaftsagentur der Stadt Wien über die Firma Athena Wien an Airborne Technologies.

An der Athena Wien, die 15,63 Prozent der Anteile an den Flugzeug-Bastlern hält, ist aber noch ein interessantes Unternehmen beteiligt: mit 15,63 Prozent die Immigon Portfolioabbau AG, die "Bad Bank" der Volksbank. Im Zusammenhang mit dem angeblichen Blackwater-Deal spannend: Die Immigon ist zu 43 Prozent im Besitz der Republik Österreich...

Wirtschaftsagentur fordert externe Untersuchung
Den Vorsitz des Aufsichtsrats der Immigon führt übrigens ein bekannter Top-Banker, und sein Stellvertreter ist einer der Bosse der stadtnahen AVZ-Stiftung - in der AVZ sollen bekanntlich Hunderte Millionen Euro der Wiener versickert sein. Dort sind auch Wiens Haftungen für die Altschulden der Bank Austria geparkt - etwa sechs Milliarden Euro.

"Wir werden Klarheit einfordern", kündigt Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wiener Wirtschaftsagentur, eine "umfassende Prüfung" der Firma Airborne an. Im "Krone"-Gespräch will Hirczi aber nicht mit Ja oder Nein beantworten, ob der Blackwater-Gründer Erik Prince oder eine seiner Firmen in einer Geschäftsbeziehung mit Airborne stand: "Klar ist: Die militärische Nutzung ist nicht bewiesen."

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