Di, 12. Dezember 2017

"Panama Papers"

07.04.2016 07:17

Hypo-Vorarlberg-Vorstand Grahammer tritt zurück

Michael Grahammer, der Vorstandsvorsitzende der Hypo Vorarlberg, nimmt wegen der "Panama Papers" den Hut. Wie Ö3 Donnerstagfrüh berichtete, soll Grahammer bereits am Mittwochabend den Aufsichtsrat und die Mitarbeiter der Hypo Landesbank von seinem Rücktritt informiert haben. Die Hypo war im Rahmen der Enthüllungen über zweifelhafte Finanzgeschäfte mehrmals genannt worden. Über die "Panama Papers" ist inzwischen auch schon der isländische Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson gestolpert.

"Schlussendlich war die mediale Vorverurteilung der Hypo Vorarlberg und meiner Person, die in den letzten Tagen erfolgt ist, ausschlaggebend für mich, diesen Schritt zu setzen", bestätigte Grahammer am Donnerstagvormittag. Als Schuldeingeständnis will er diesen Schritt aber nicht verstanden wissen: "Ich bin nach wie vor zu 100 Prozent davon überzeugt, dass die Bank zu keiner Zeit Gesetze oder Sanktionen verletzt hat." Er werde seinen Hut auch nicht "per sofort" nehmen, um der Bank die Möglichkeit zu geben, seine Nachfolge in Ruhe zu regeln.

Grahammer war seit 2004 im Vorstand der Hypo Vorarlberg, den Vorstandsvorsitz hat er im Jahr 2012 übernommen. Mittwochmittag hatte er seine berufliche Zukunft noch mit den Sonderprüfungen des Geldinstituts verknüpft. "Sollten die Prüfer etwas finden, werde ich die Konsequenzen ziehen und zurücktreten", hatte er zu den "Vorarlberger Nachrichten" gesagt. Geschäfte mit Firmen, die auf Sanktionslisten stehen, hatte er ausgeschlossen.

Prüfungen dauern mehrere Wochen
Die Sonderprüfungen in Bregenz haben am Mittwoch begonnen. Einerseits nimmt die Finanzmarktaufsicht noch einmal die Transaktionen unter die Lupe, die im Zusammenhang mit der Hypo Vorarlberg genannt wurden. Andererseits prüft vonseiten des Landes die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Landeshauptmann Markus Wallner als Eigentümervertreter der Bank war mit Grahammer am Montag übereingekommen, eine solche Sonderprüfung durchführen zu lassen. Die Kontrollen werden mehrere Wochen dauern.

Wallner hatte ebenfalls erklärt, dass man sich strategisch bereits 2009 mit dem Verkauf der Hypo-Tochter in Liechtenstein dazu entschlossen habe, sich aus dem Offshore-Geschäft zu verabschieden. Die 1998 gegründete Liechtensteiner Hypo-Tochter wurde seinerzeit an die Schweizer Bankengruppe Valartis verkauft, damals betreute sie etwa 4500 vermögende Privatkunden und verwaltete rund 1,6 Milliarden Franken (1,47 Milliarden Euro) an Kundengeldern.

Valartis Austria legte Bankkonzession kürzlich zurück
Bereits 2008 war die ehemalige Anglo Irish Austria unter das Dach von Valartis gekommen, sie firmierte in der Folge als Valartis Austria. Die "Irish Times" nannte die Anglo Irish Austria als Bank, die Klienten der aktuell schlagzeilenträchtigen Anwaltskanzlei Mossack wiederholt ans Herz gelegt worden sein soll. Die Sache dürfte zehn Jahre zurückliegen. Die Geschäfte der Valartis Austria wurden erst vor Kurzem weiterverkauft, Valartis Austria hat die Bankkonzession dieser Tage zurückgelegt.

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