Di, 12. Dezember 2017

Blaukalk verbrannt

01.04.2016 07:14

HCB-Skandal in Kärnten: Bub (12) klagt Zementwerk

Ausgerechnet ein Kind ist der erste Kläger im Kärntnter HCB-Skandal: Der Zwölfjährige - nennen wir ihn zum Schutz seiner Anonymität einfach Max - hat über seinen Anwalt am Donnerstag ein Feststellunsbegehren gegen das Wietersdorfer und Peggauer Zementwerk eingebracht. Er will, dass Wietersdorfer für alle möglichen Schäden haftet.

Max ist zwölf und lebt mit seinen Eltern einen knappen Kilometer vom Zementwerk Wietersdorf entfernt, wo Blaukalk verbrannt wurde. Regelmäßig sind bei ihm daheim regionale Produkte aus dem Görtschitztal auf den Tisch gekommen - Milch, Topfen, Fleisch, Getreide.

Langzeitfolgen noch unklar
"Er war und ist der schädlichen HCB-Belastung ausgesetzt", schreibt sein Anwalt Michael Sommer. "Seine Blutwerte betreffend HCB sind ein Vielfaches über den Vergleichs- und Referenzwerten." Ob und wie sich das Umweltgift auf Max Körper auswirkt, wird sich erst über Jahre zeigen.

Als mutmaßlicher Verursacher gilt Wietersdorfer - und soll daher von Max auch zur Verantwortung gezogen werden: "Das Unternehmen muss für sämtliche zukünftige Schäden und Ausgleichsansprüche des hochgiftigen HCB haften", heißt es in der Klage, über die nun ein Richter entscheiden muss.

HCB kann Krebs auslösen
HCB, die Abkürzung für Hexachlorbenzol, zählt zu den besonders gefährlichen Industriechemikalien. Im schlimmsten Fall kann der Stoff unter anderem Krebs auslösen, aber auch die Leber und das Hormonsystem angreifen und beeinträchtigen. HCB kann sich darüber hinaus im Körper anreichern und wird vom Organismus nur sehr langsam abgebaut.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden