Di, 12. Dezember 2017

Klimawandel

22.03.2016 17:14

Extremes Wetter fordert steirische Stadtgärtner

Der Klimawandel macht den städtischen Gärtnern ordentlich zu schaffen: Weil einheimische Baumarten den zunehmenden Wetterextremen kaum noch Stand halten, müssen neue, robustere Sorten her. Der viel zu laue Winter verschärft die Situation aktuell: Experten rechnen mit einem massiven Schädlingsaufkommen!

Normalerweise würde die Saison für die heimischen Gemeindegärtner erst jetzt schön langsam losgehen. Nicht so aber in diesem Jahr: "So früh wie heuer waren wir mit der Bepflanzung überhaupt noch nie dran", sagt Martin Nigitz, Grünraum-Leiter der Holding Graz. 60.000 Frühjahrsblüher und ebenso viele Blumenzwiebel wurden in der steirischen Landeshauptstadt bereits ausgebracht, Winterjasmin und Schneeforsythie stehen längst - weit früher als sonst - in Vollblüte.

"So eine extreme Situation hab’ ich in meinen 22 Dienstjahren noch nie erlebt", schüttelt auch Franz Golds, Chefgärtner der Stadt Leibnitz, den Kopf. "Dort, wo die Sonne hinkommt, müssen wir bereits Rasenmähen. Nachdem die Nächte aber noch kalt sind, machen wir parallel auch Winterdienst."

"Sommer wird sicher nicht einfach"
Gedanklich sind die Gärtner bereits eine Jahreszeit voraus: "Der Sommer wird sicher wieder nicht einfach", sagt Josef Fink, Obstbaumeister der Stadt Feldbach. Vor allem die Bäume würden unter den Wetterextremen leiden: "Letztes Jahr hatten wir über vier Wochen mehr als 35 Grad, da wird’s dann schon happig." Sein Kollege Franz Golds aus Leibnitz kämpft mit den selben Problemen: "Unser Erlen-Altbestand beispielsweise stirbt. Das Grundwasser sinkt, die Bäume können nicht mehr so tief wurzeln."

Für Linde & Co. braucht es also robusteren Ersatz. Noch wurde der Stein der Weisen jedoch nicht gefunden. Nigitz: "Wir bauen mittlerweile automatisch Bewässerungsanlagen in unsere Grünflächen mit ein. Das kommt auf Sicht billiger als das händische Gießen."

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