Di, 21. November 2017

Anschlag in Istanbul

19.03.2016 16:55

Heinz Schaden: „Ein Kaffee hat uns gerettet“

Bürgermeister Heinz Schaden ist gerade auf dem Weg zu einer beliebten Einkaufsstraße in Istanbul, als er spontan eine Kaffeepause einlegt - rückblickend eine Entscheidung über Leben und Tod! Denn ohne den Zwischenstopp wäre er wohl auch selbst in den blutigen Selbstmordanschlag vom Samstag mit zahlreichen Toten und Verletzten verwickelt worden.

Es sollte ein entspannter Urlaubsausklang in Istanbul für Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden und seine Frau Jianzhen werden. Am Samstagvormittag brechen beide von ihrem Hotel auf. Ihr Ziel: die beliebte Einkaufsstraße Istiklal. Kurz bevor sie dort ankommen, entscheidet sich das Paar aber spontan, eine Kaffeepause einzulegen.

Nur wenige Minuten später: ein Riesenknall, Geschrei, Blaulicht und Hubschrauber! Ein Selbstmordattentäter hat sich inmitten der Einkaufsstraße in die Luft gesprengt, riss fünf Menschen mit in den Tod, mindestens 36 sind verletzt.

"Die Pause waren die entscheidenden zehn Minuten"
Es dauert einen Moment, bis der Politiker realisiert: Er war nur eine Kaffeelänge davon entfernt, selbst in den blutigen Anschlag verwickelt zu werden! Der "Krone" schildert er am Telefon sein unfassbares Glück: "Die Pause waren die entscheidenden zehn Minuten, die uns vor Schlimmeren bewahrt haben." Sofort riefen ihn türkische Freunde an: "Sie wussten, dass wir gerade auf dem Weg zum Anschlagsort waren und waren erleichtert, dass es uns gut geht."

"Noch am Vorabend wurden wir gewarnt"
Das Paar hat das Café umgehend verlassen und sich zurück auf den Weg Richtung Hotel gemacht. Von dort will es wie geplant am Sonntag zurückfliegen. "Noch am Vorabend wurden wir gewarnt, dass es zu Anschlägen kommen könnte, aber wir haben nicht damit gerechnet, dass wirklich was passiert", so Schaden.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Schutzengel des Bürgermeisters eingreift: 2012 war er als Passagier auf dem Unglücks-Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" - auch damals blieb er unverletzt.

Keine Österreicher unter den Opfern
Wie das Außenministerium am Samstagabend mitteilte, befinden sich unter den Todesopfern des Selbstmordanschlags in Istanbul keine Österreicher. Medienberichten zufolge sollen unter den Toten drei Israelis und ein Iraner sein. Nach derzeitigem Wissenstand dürften auch keine Österreicher verletzt worden sein, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll. Für Reisen in die Türkei würden weiterhin die Sicherheitsstufen 2 und 3 gelten.

Stufe 2 bedeutet, dass bei Reisen in das betreffende Gebiet "auf das erhöhte Sicherheitsrisiko hingewiesen" wird. Bei Stufe 3 wird von nicht unbedingt notwendigen Reisen in das Gebiet abgeraten, wegen gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Todesopfern und einem hohen Risiko von Terroranschlägen. Generell gilt für die gesamte Türkei ein "erhöhtes Sicherheitsrisiko", ein "hohes Sicherheitsrisiko" besteht im Osten und Südosten des Landes. Schnöll betonte, dass das Außenministerium die Situation in der Türkei genau beobachte und entsprechend des Entwicklungen evaluiere. Gegebenenfalls würden die Sicherheitshinweise angepasst.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden