Mo, 20. November 2017

Prozess in Wien

15.03.2016 16:43

Frau bei Demo verletzt: Freispruch für Polizist

So hatte sich eine Wienerin ihren "Kampf gegen rechts" wohl nicht vorgestellt: Bei einer Demonstration gegen einen Aufmarsch der Identitären-Bewegung landete sie mit gebrochenem Knöchel auf dem Boden. Verantwortlich dafür soll nicht etwa ein Mitglied der Gegenseite gewesen sein, sondern ein Polizist. Der leugnete auf der Anklagebank. Freispruch!

Immer wieder kam es zu Tumulten an jenem 17. Mai 2014, an dem sich Anhänger der "Identitären" zur Kundgebung und die Gegenseite zum Protestmarsch trafen. Auch die 42-Jährige hatte demonstriert und wollte dann ihre Tochter treffen.

Doch sie erfuhr, dass die 17-Jährige hinter einer Polizeiabsperrung "eingekesselt" worden sei. Die Frau schaffte es, durch die Sperre zu kommen, und sah dann einen Bekannten, auf den Beamte zugingen: "Da habe ich gerufen: 'Der hat doch nichts getan!' Und da hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen." Der Angeklagte habe sie hochgehoben und weggestoßen, sie sei gefallen und dabei "gegen etwas Hartes" gestoßen.

"Waren Sie dieser Polizist?", fragt Richterin Nicole Baczak. "Nein", sagt der Angeklagte, er habe die Frau nicht angegriffen. Sie habe immer wieder versucht, die Absperrung zu durchbrechen. Dann habe er zurückgeblickt, weil ein Mann hinter die Sperre gebracht wurde - als er sich wieder umdrehte, sei "die Dame" auf dem Boden gelegen. Urteil: Freispruch - nicht rechtskräftig.

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