So, 22. Oktober 2017

Vertauschte Babys

24.01.2016 20:07

Die Angst ist weg: „Die Familie hält zusammen“

Ein Herz und eine Seele sind die Gründwalds. Das gilt nicht nur für Mama Evelin und ihre vertauschte Tochter Doris, sondern auch für den Rest der großen Verwandtschaft. "Viele haben erst über die 'Krone' von unserem Schicksal erfahren", erzählt Evelin Grünwald. Tenor: "Wir sind trotzdem eine Familie!"

"Unsere Familie ist sehr groß und über ganz Österreich verstreut. Was werden die nur alle sagen, wie werden unsere Verwandten mit dieser schockierenden Nachricht umgehen?" Evelin Grünwald (50) hat sich natürlich schon im Vorfeld den Kopf darüber zerbrochen, welche Reaktionen es auf die erstmalige Veröffentlichung ihres Schicksals geben wird. Dass sie nicht die biologische Mutter von Doris (25) ist. Dass ihr Baby wohl in den ersten 20 Stunden nach der Geburt in Graz vertauscht worden war. Keine gewöhnliche Lebensgeschichte. Im Gegenteil - eine Biografie, wie sie nur ein paar wenige weltweit haben.

Doris: "Es waren alle so nett zu mir"
Am Sonntag war ihr die Erleichterung anzuhören: "Ich muss wirklich sagen, ich bin äußerst positiv überrascht. Uns haben sehr viele Anrufe erreicht, aus allen Teilen Österreichs. Allesamt mit der Botschaft: Wir sind natürlich trotzdem eine Familie, was für ein berührendes Schicksal!" Aber nicht nur die Mama ist befreit, auch Tochter Doris ist ein Stein vom Herzen gefallen: "Es waren alle so nett zu mir. Haben mir ihre Unterstützung zugesagt, betont, dass sie immer ein offenes Ohr für mich hätten."

Jetzt möchte die junge Steirerin nach all der Aufregung aber wieder zur Ruhe kommen und sich dem Allerwichtigsten zuwenden: ihrer neuen Rolle als Mutter. Doris Grünwald ist in der 16. Woche schwanger, die Vorfreude auf ihr "Wunschkind" ist ihr ins Gesicht geschrieben: "Am Samstag haben mein Partner und ich uns schon einmal nach einem Kinderwagen umgeschaut. Ich würde ja schon gerne mehr für unser Baby kaufen, aber wir wissen ja noch gar nicht, was es wird."

Evelin: "Soll ich den Kopf hängen lassen?"
Und was haben Mutter Evelin und Vater Josef am Wochenende gemacht? "Wir waren auf einem Ball bei uns im Ort und haben bis in die Nacht getanzt", lacht die 50-Jährige. "Soll ich den Kopf hängen lassen und mich zu Hause verstecken? Ich habe ja nichts Unrechtes getan."

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