Sa, 20. Jänner 2018

Fatwa veröffentlicht

25.12.2015 08:33

IS: "Organe lebender 'Ungläubiger' für Muslime"

Der Islamischer Staat hat seinen Anhängern die Entnahme der Organe von Gefangenen erlaubt, wie aus von der US-Regierung an die Nachrichtenagentur Reuters zugespielten Dokumenten hervorgeht. Der Fatwa vom Jänner 2015 zufolge gestatten es die Islamisten, die Organe von lebenden "Ungläubigen" zu entnehmen, um das Leben eines Muslims zu retten, auch wenn dies für den Gefangenen tödlich sei.

Die Dschihadistenmiliz IS kontrolliert weite Teile Syriens und des Irak und regiert dort mit eiserner Hand. Das Glaubensedikt, in dem der Umgang mit Organen von Gefangenen festgelegt wurde, wurde nach Angaben der USA bei einer Attacke auf die Islamisten im Mai gemeinsam mit tausenden anderen Dokumenten erbeutet.

Unter anderem heißt es darin, dass es "Beweise in Texten und islamischen Gesetzen gebe, wonach die Transplantation von Organen eines Ungläubigen in den Körper eines Muslimen rechtmäßig sei." Dazu wird aus dem Koran eine Sure zitiert, weiters heißt es: "Das Leben eines Muslimen zu retten ist ein islamisches Grundrecht, welches mit allen Mitteln durchgesetzt werden muss." Die Echtheit konnte nicht aus unabhängiger Quelle bestätigt werden. Auch ist unklar, ob es tatsächlich zur einer solchen Entnahme von Organen auf dem Gebiet des IS kommt.

Ärzte hingerichtet, weil sie Organentnahme ablehnten
Bereits im Februar bat der Botschafter des Irak in New York, Mohamed Ali Alhakim, den UNO-Sicherheitsrat um die Untersuchung der angeblichen Hinrichtung von zwölf Ärzten in der vom IS kontrollierten irakischen Stadt Mosul. Diese sollen sich geweigert haben, Organe von Gefangenen zu entfernen. Alhakim sagte gegenüber Reuters, der Sicherheitsrat solle nun auch die von den USA vorgelegte Fatwa als möglichen Beweis dafür überprüfen, dass der IS den Organhandel zu seiner Finanzierung benütze.

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