Do, 24. Mai 2018

Rebellenvideo zeigt:

03.11.2015 15:06

Assad-Treue im Käfig als menschliche Schutzschilde

Der Bürgerkrieg in Syrien hat eine neue grausame Facette: Um Luftangriffe des Assad-Regimes und Russlands zu verhindern, sperren syrische Rebellen Angehörige der religiösen Minderheit der Alawiten, der auch Machthaber Bashar Al-Assad selbst angehört, jetzt in Käfige und stellen sie an öffentliche Orte. Die Folge: Bombardiert die syrische Luftwaffe Rebellen, trifft sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die eigenen Leute.

Ein Video der syrischen Opposition zeigt, wie Alawiten in Käfige gesperrt und auf den Ladeflächen von Lastwagen durch einen Vorort von Damaskus namens Ost-Ghuta gefahren werden.

Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, sollen rund 100 solcher Käfige auf öffentlichen Plätzen des Vororts aufgestellt werden. Die Botschaft der Rebellen ist klar: Wer sie bombardiert, tötet auch Angehörige der alawitischen Minderheit.

Regimetreue Syrer landen im Käfig
Das Video zeigt verängstigte Menschen, die in den Käfigen ihres Schicksals harren. Viele von ihnen sollen regimetreue Syrer sein. Ein Mann, der im Video zu Wort kommt, gibt an, er sei Offizier der syrischen Armee gewesen und lebe seit zwei Jahren in Gefangenschaft. Der Käfig der Rebellen ist die jüngste Station auf seinem Leidensweg.

Auch alawitische Frauen werden von den Rebellen in Ost-Ghuta im Video in die Käfige gesperrt und dienen als menschliche Schutzschilde gegen syrische und russische Bomben.

Russland bombardiert nicht nur den IS
Ost-Ghuta gilt als Rebellenhochburg und wird von der syrischen Armee seit Ausbruch des Bürgerkriegs häufig bombardiert. Seit auch die russische Luftwaffe im Syrien-Krieg Angriffe fliegt, häufen sich die Angriffe weiter.

Der Kreml bombardiert nämlich nicht nur Terroristen der Terrormiliz Islamischen Staat, sondern auch andere Rebellengruppen, was Wladimir Putin Kritik aus den USA eingebracht hat. Die Alawiten in den Käfigen sind nun die Reaktion dieser Gruppen auf die jüngsten Luftangriffe.

Menschenrechtler sprechen von Kriegsverbrechen
Von Menschenrechtlern kommt massive Kritik am Vorgehen der Rebellen. Es handle sich um Geiselnahmen und eine Verletzung der persönlichen Würde, was beides Kriegsverbrechen seien, urteilte die Organisation Human Rights Watch in einer Erklärung.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte machte die einflussreiche Gruppe Jaish al-Islam für die Käfig-Aktion verantwortlich. Die Gruppe wird als die wichtigste Rebellengruppe in der Hauptstadtregion angesehen.

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