So, 22. Oktober 2017

Kurioser Streit

23.10.2015 07:25

Nacktschwimmerin will Nachbarhaus abreißen lassen

Was für ein Albtraum! Seit 44 Jahren wohnen die 70-jährige Berta und der 74 Jahre alte Anton Kreilinger im innviertlerischen Mining. Doch am Montag haben sie einen Abrissbescheid für ihr Haus erhalten - beantragt von ihrer Nachbarin. Der Hintergrund: Ein Streit über eine Hecke als Sichtschutz für die passionierte Nacktschwimmerin ist ausgeartet...

Anton Kreilinger ist verzweifelt: Am Montag hat ihm die Gemeinde einen Abrissbescheid zugestellt. Binnen vier Monaten ab Rechtskraft soll sein Heim, das er seit 1971 mit seiner Frau Berta bewohnt, abgetragen werden. "Unser Haus steht angeblich zu nahe an der Grundgrenze. Die Nachbarin zettelte das an, weil wir über ihre Hecke in Streit gerieten", so Kreilinger. Aber was ist genau passiert?

Die Kreilingers erhielten 1968 einen Baubescheid fürs Haus, machten aber - angeblich in Absprache mit den damaligen Nachbarn - einiges anders, als es im Plan stand. Im Juli 2015 stellten Sachverständige fest, dass der Abstand vom Haus zur Grenze tatsächlich nur zwei statt drei Meter beträgt. Zudem habe das Haus ein Satteldach statt eines Walmdaches und sei 26,8 Meter lang, dürfe aber nur 15 Meter messen.

Streitthema Hecke als Sichtschutz
Zum Lokalaugenschein kam es, weil die Nachbarin der Kreilingers gerne in ihrem Teich nackt badet und eine Hecke als Sichtschutz wachsen ließ. Die Hecke war schnell mehr als drei Meter hoch, nahm den Kreilingers die Sonne. "Einmal haben sie die Hecke geschnitten, dann nicht mehr. Wir wollten das gerichtlich regeln lassen", so Kreilinger.

Als "Retourkutsche" klagte die Nacktschwimmerin die Bausünden der Kreilingers an. Eine nachträgliche Baubewilligung sei nur möglich, wenn ein Bebauungsplan dies zuließe. Seit 2008 gibt's in der Gemeinde aber keinen solchen mehr.

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