Mi, 13. Dezember 2017

"Quasi-Krieg"

21.08.2015 06:30

Kim Jong Uns Armee in voller Kampfbereitschaft

Nach zunehmenden Spannungen mit Südkorea hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un in der Nacht auf Freitag die Grenztruppen des Landes in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Armee-Einheiten sollen auf Befehl Kims in einen "Quasi-Kriegszustand" eintreten, berichteten die Staatsmedien. Das kommunistische Regime in Pjöngjang drohte mit einem Angriff auf südkoreanische Stellungen.

Am Donnerstag war es nach südkoreanischen Angaben zu einem Schusswechsel zwischen Artillerieeinheiten beider Länder an der Grenze gekommen. Das Regime in Nordkorea hat in der Vergangenheit schon mehrmals den Kriegszustand ausgerufen. Auch droht es Südkorea sowie dessen Verbündeten USA regelmäßig mit Militärschlägen. Mit der jetzigen Ankündigung reagiert Nordkorea auf die Wiederaufnahme der Propagandasendungen an der Grenze durch Südkoreas Streitkräfte.

Ultimatum läuft am Samstag aus
Die Kommandanten der Volksarmee seien zu den Truppen an der Frontlinie geschickt worden, um die "Werkzeuge der psychologischen Kriegsführung zu zerstören", falls Südkorea innerhalb von 48 Stunden seine Propaganda an der Grenze nicht einstelle, hieß es in Pjöngjang. Die Truppen sollten vollständig kampfbereit sein, um "Überraschungsoperationen unternehmen zu können". Das Ultimatum hatte Nordkorea bereits am Donnerstag gestellt. Es läuft demnach am Samstag aus. Das Verteidigungsministerium in Seoul warnte am Freitag, Südkorea werde auf neue Provokationen mit aller Schärfe antworten.

Südkorea hatte nach eigenen Angaben am Donnerstag als Reaktion auf den Beschuss mit einer Rakete durch Nordkorea Dutzende Granaten auf die nördliche Seite der Grenze abgefeuert. Nordkorea könnte mit der Rakete auf die Lautsprecher gezielt haben, hieß es. Verletzt wurde niemand. Nordkorea bestritt, eine Rakete gestartet zu haben.

Südkoreanische Soldaten von Landminen verletzt
Die Spannungen zwischen beiden Staaten hatten sich deutlich erhöht, nachdem zwei südkoreanische Soldaten bei der Explosion von mutmaßlich nordkoreanischen Landminen verletzt worden waren. Südkorea wirft der nordkoreanischen Volksarmee vor, vor Kurzem Antipersonenminen auf der südlichen Seite der entmilitarisierten Zone vergraben zu haben. Das bestreitet Nordkorea. Als Reaktion auf den Vorfall in diesem Monat hatte Südkorea nach elf Jahren wieder seine Lautsprecherdurchsagen an der Grenze gestartet.

Die Lage ist auch durch ein laufendes südkoreanisch-amerikanisches Militärmanöver angespannt. Die Regierung in Pjöngjang habe einen Brief an den Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrats geschickt, in dem sie das Manöver verurteile, berichtete CNN. Demnach wurde den USA eine ernste Provokation vorgeworfen. Der Rat solle die Manöver auf seine Agenda setzen. Südkorea und die USA bestreiten Vorwürfe Nordkoreas, dass ihre Manöver Vorbereitungen eines Angriffs dienten.

Japan ruft Nordkorea zu Zurückhaltung auf
Japan forderte Nordkorea angesichts des Säbelrasselns zu Zurückhaltung auf. Sein Land sei sehr besorgt über die dortige Lage, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga am Freitag in Tokio. Japan stehe in engem Kontakt mit Südkorea und den USA. Er sehe jedoch bisher keine Entwicklungen, die eine unmittelbare Auswirkung auf die Sicherheit Japans haben könnten, sagte der japanische Verteidigungsminister Gen Nakatani.

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