Mi, 18. Oktober 2017

Gulaschkanone & Co.

09.08.2015 18:04

Erster „Asyl-Assistenzeinsatz“ in der Kaserne

Erstmals steht das Bundesheer im "Asyl-Assistenzeinsatz": Soldaten versorgen im Zeltlager auf dem Gelände der Schwarzenbergkaserne im Salzburger Wals-Siezenheim 87 Flüchtlinge aus dem völlig überfüllten Erstaufnahmezentrum Traiskirchen. Eilig wurde ein Maschendrahtzaun aufgezogen, die Militärpolizei hält Wache.

Um die durch ständige Aufgriffe überforderte Polizei zu entlasten, soll das Heer künftig für Verpflegung und Transport bereitstehen. Ein erster Feldtest läuft seit Sonntag in der Schwarzenbergkaserne. Weil auch Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz an ihre Grenzen gelangt sind, übernehmen die Soldaten jetzt nicht nur den Zeltaufbau auf dem eingezäunten Areal: Die Rekruten sind erstmals auch für die Essensausgabe an Kriegsflüchtlinge, die aus dem Massenquartier in Traiskirchen nach Salzburg kommen, zuständig - zumindest bis kommenden Freitag. In einer ersten Phase kommt die Verpflegung von einem Caterer, den Rest der Woche gibt es Gulaschkanone und Bundesheer-Menüs. Geht es nach dem Innenministerium, soll der "Asyl-Assistenzeinsatz" in anderen Kasernen ausgebaut werden.

Doch diese generelle "Assistenz-Lösung" sei noch absolut nicht fix, ist im Verteidigungsministerium zu hören: "Es laufen zwar Gespräche mit den Experten des Innenministeriums, doch wir haben Bedenken." So sei der "Assistenzeinsatz" rechtlich nicht gedeckt - ein Einsatz des Heeres sei "nicht unabdingbar" für die Aufrechterhaltung der Sicherheit.

Und es existiere noch ein Problem: "Wir können doch nicht Fremde, von denen wir rein gar nichts wissen, dort einquartieren, wo in direkter Nähe Sturmgewehre und Munition lagern."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).