Fr, 15. Dezember 2017

Im Osten der Ukraine

06.08.2015 09:36

Geheimdienst: Rebellen bauen an schmutziger Bombe

Einem Dossier des ukrainischen Geheimdienstes zufolge sollen prorussische Rebellen im Osten der Ukraine an einer sogenannten schmutzigen Bombe, also einer radioaktiv verseuchten Sprengwaffe, bauen. Wie das US-Magazin "Newsweek" berichtet, könnten die Separatisten diese Bombe nutzen, um den Westen zu erpressen.

Auch in ukrainischen Medien wird schon seit geraumer Zeit über die Fähigkeit der Rebellen spekuliert, eine schmutzige Bombe zu bauen. Die Ukraine hatte ihr Atomwaffenarsenal nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 aufgegeben. Es gibt in dem osteuropäischen Land aber immer noch zahlreiche Lagerstätten für nukleares Material sowie für Atommüll.

Angeblich radioaktives Material aus Bunker abtransportiert
So steht zum Beispiel in Donezk ein Hochsicherheitsbunker, in dem früher Nuklear-Experimente durchgeführt wurden. Dort lagerten lange Zeit rund zwölf Tonnen radioaktives Material. Dem "Newsweek"-Bericht zufolge wird dieses Material seit Juni von den prorussischen Separatisten aus der Anlage abtransportiert. Russische Forscher sollen angereist sein, um die Rebellen beim Bau der Bombe, die aus einem konventionellen Sprengsatz besteht und bei der Explosion radioaktive Strahlung freisetzt, zu unterstützen.

Echtheit der Dokumente noch nicht bestätigt
Die Sprengkraft würde zwar weit unter jener einer Atombombe liegen, dennoch wären die Folgen für Mensch und Natur katastrophal - nicht nur in der Ukraine, sondern in ganz Europa. Die Rebellen würden dadurch außerdem für Verhandlungen ein mächtiges Ass im Ärmel haben. Da der Konflikt in der Ukraine längst auch zu einer Propaganda-Schlacht geworden ist, sind die Berichte jedoch mit Vorsicht zu genießen. "Newsweek"-Reporter betonen, dass die Echtheit der Dokumente bislang noch nicht bestätigt werden konnte. Es wäre also möglich, dass das Dossier des Geheimdienstes gefälscht ist. Die Föderale Agentur für Atomenergie Russlands streitet jedenfalls ab, Forscher in die Ostukraine geschickt zu haben.

Männer verhaftet, die Uran verkaufen wollten
Fest steht, dass in der Ukraine am Mittwoch vier Verdächtige gefasst wurden, die nach Angaben der Behörden eine kleine Menge Uran verkaufen wollten. Die Mitglieder einer Verbrecherbande hätten das radioaktive Material im Westen des Landes einem unbekannten Interessenten zum Kauf angeboten, teilte die ukrainische Behörde für Staatssicherheit mit. Ersten Untersuchungen zufolge habe es sich um Uran-238 gehandelt, das relativ häufig vorkommt. Das spaltbare Isotop Uran-235 dagegen ist äußerst selten und muss zur Verwendung in einer Atombombe mit großem Aufwand angereichert werden. Der Vorfall sei sofort Staatschef Petro Poroschenko gemeldet worden.

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